weltverbesserer Machen Soziales Engagement: Warum es auch dir was bringt

Soziales Engagement: Warum es auch dir was bringt

Foto: iStock.com/Eva-Katalin

Unbezahlte, ehrenamtliche Arbeit zu verrichten klingt in Zeiten, wo viele sparen müssen, auf den ersten Blick wenig verlockend. Doch wenn man ein wenig genauer hinschaut, lohnt sich soziales Engagement gleich mehrfach.

Mit ehrenamtlichen Tätigkeiten kannst Du anderen Menschen, der Natur oder Tieren helfen, neue Kontakte knüpfen und sogar deinen Lebenslauf „aufmotzen“. Und deine Gesundheit profitiert obendrein gleich noch mit, wie US-Forscher herausfanden. Mehr als genug gute Gründe, sich eingehender mit ehrenamtlichen Tätigkeiten zu befassen, oder?

Ehrenamt im Überblick

Soziales Engagement liegt uns Menschen im wahrsten Sinne des Wortes im Blut. Anderen zu helfen sicherte den Fortbestand der eigenen Gruppe und damit der Art. Und das ist auch heute noch so. Ehrenamtliche Arbeit ist ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft, denn ohne Menschen, die sich freiwillig engagieren, gäbe es die meisten gemeinnützigen Organisationen gar nicht. Laut einer Umfrage der Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) engagierten sich rund 17,11 Millionen Menschen in Deutschland ehrenamtlich. Die freiwilligen Helfer engagierten sich hierbei vor allem in Sportvereinen, bei kirchlichen Einrichtungen und Hilfsorganisationen.

Ehrenamtliche Arbeit ist per Definition unbezahlt. Es gibt zwar ein paar Ausnahmen, etwa Sportvereine oder politische Parteien, die dir in gewissen Fällen eine Aufwandsentschädigung zahlen, erwarten solltest du das aber nicht, wenn du planst dich zu engagieren. Der Großteil der Organisationen finanziert sich über Spenden, manchmal kommen noch staatliche Förderungen hinzu. Und je weniger Personalkosten bestehen, desto mehr Geld kann für die eigentlichen Hilfsprojekte aufgewendet werden.

10 Möglichkeiten, ehrenamtlich zu arbeiten

Die Palette an möglichen ehrenamtlichen Tätigkeiten ist breit gefächert. Das beginnt bei freiwilligem Engagement für ältere Menschen, Kinder oder chronisch Kranke, reicht über die Unterstützung von Obdachlosen oder Flüchtlingen bis hin zu Umweltschutzaktionen oder der Versorgung von Tieren in Not. Als erste Orientierung findest du hier 10 Möglichkeiten, freiwillig aktiv zu werden:

1. Werde Rettungssanitäter

Ganz oben auf der Liste landet das Paradebeispiel der ehrenamtlichen Tätigkeit. Als Rettungssanitäter erhältst du eine umfassende Ausbildung, begleitest Krankentransporte oder bist bei Notfällen im Einsatz. Dieses Ehrenamt ist zweifelsohne eines der anspruchsvollsten, aber auch wichtigsten, denn ohne Freiwillige ließe sich das Rettungssystem, wie wir es kennen, nicht aufrechterhalten.

2. Engagier´ dich im Sportverein

Besser planbar ist da das soziale Engagement in einem Sportverein. Dort trainierst du unentgeltlich Kinder oder Erwachsene, fährst mit ihnen auf Veranstaltungen oder Wettkämpfe und kümmerst dich um die Instandhaltung der Anlage oder die organisatorischen Dinge des Vereins. Für die Trainertätigkeit gibt es manchmal eine geringe Aufwandsentschädigung, meist ist es jedoch die Begeisterung für den Sport und die Weitergabe von Kenntnissen, die zur freiwilligen Mitarbeit in einem Sportverein motiviert.

3. Geh zur freiwilligen Feuerwehr

Ganz Ähnliches gilt für die FreiwilligeFeuerwehr. Die „Freizeit-Feuerwehrleute“ stellen den Großteil aller Feuerwehren in Deutschland. Ohne Freiwillige Feuerwehr wären, gerade in ländlichen Regionen, die Menschen beispielsweise bei Bränden, Unfällen oder Unwettern auf sich allein gestellt. Zu diesem Ehrenamt gehört ebenfalls eine umfassende Ausbildung sowie regelmäßige Übungen, damit im Ernstfall alles reibungslos funktioniert. Als Mitglied der FF bist du immer in Bereitschaft, feste Dienste gibt es hier nur sehr bedingt.

4. Arbeit für die Kinder-& Jugendhilfe

Dieses Ehrenamt bietet dir die Gelegenheit, die Zukunft junger Menschen positiv zu beeinflussen. Klingt übertrieben, ist es aber nicht. Vorleseabende, Nachhilfe geben, Kinder bei den Hausaufgaben und dem Lernen betreuen, Ausflüge organisieren und ihnen mit Rat und Tat zu Seite stehen, wenn sie Probleme haben, das alles sind Aufgaben, die du im Rahmen dieses Ehrenamtes übernehmen kannst.

5. Du willst Senioren unterstützen

Menschen am anderen Ende des Altersspektrums zählen oft zu jenen, die Unterstützung brauchen. Älteren Menschen beim Einkaufen helfen, sie zum Arzt begleiten, ein monatlicher Besuch im Seniorenheim oder Amtswege übernehmen, es gibt einiges, was du ehrenamtlich tun kannst.

6. Hilf´bei der Tafel in deiner Stadt

In beinahe jeder größeren Stadt gibt es eine Tafel-Organisation, die sich über freiwillige Helfer freut. Schließlich müssen die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tafel händisch Lebensmittelspenden sortieren, Mahlzeiten Kochen und Essen ausgeben und es gibt immer mehr Menschen, die auf solche Angebote angewiesen sind weil ihnen schlicht das Geld fehlt sich die zum Leben notwendigen Dinge wie Lebensmittel, Kleider und Co. leisten zu können.

7. Arbeite bei der Obdachlosenhilfe

Organisationen für Obdachlosenhilfe sind speziell im Winter oder Hochsommer stark gefordert, also immer dann, wenn das Leben auf der Straße besonders hart ist. Willst du hier helfen, erkundige dich beispielsweise nach Notschlafstellen oder Einrichtungen, die Kleidung sammeln und kostenlos an Bedürftige verteilen. Oder du beteiligst dich an Projekten für Langzeitarbeitslose, die den Wiedereinstieg in ein geregeltes Leben möglich machen sollen.

8. Katastrophen-/ Entwicklungshilfe

Die Arbeit für Katastrophen– und Entwicklungshilfe-Organisationen sind emotional, körperlich und zeitlich ziemlich fordernde ehrenamtliche Tätigkeiten. Dennoch können solche Projekte sehr erfüllend sein und dir helfen, deine Sicht auf die Welt zu verändern. Sei es im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen oder Ökologischen Jahres (FSJ/FÖJ) oder in deinem Urlaub. Informiere dich bei Hilfsorganisationen oder speziellen Agenturen, welchen Möglichkeiten du hast.

9. Mach´mit beim Umweltschutz

Wenn dir Umweltschutz ein Anliegen ist, erkundige dich doch mal bei deiner Gemeinde, ob eine Müllsammelaktion geplant ist oder versuche selbst eine zu organisieren. Alternativ könntest du dich auch an Initiativen beteiligen, die Bäume pflanzen und Grünflächen anlegen.

10. Arbeite im Tierschutz

Engagement im Tierschutz ist eine alles andere als spektakuläre, medienwirksame Aktionen. Streunerkatzen versorgen, Haustiere vorübergehend pflegen und an gute neue Plätze vermitteln, wenn Frauchen oder Herrchen sie nicht mehr behalten können sowie Tierheimen bei der Betreuung ihrer Schützlinge helfen sind alles Dinge, die du ehrenamtlich übernehmen kannst.

Tipp: viele kleine Hilfsorganisationen, egal ob für Mensch, Tier oder Umwelt, sind schon dankbar dafür, dass du ihre Anliegen in den sozialen Medien teilst und dadurch ihren Bekanntheitsgrad steigerst.

So findest du das richtige Ehrenamt für dich:

Um die passende ehrenamtliche Arbeit für dich zu finden, solltest du dir über ein paar Punkte im Klaren sein:

  • Dein Alter. Klar kannst du dich theoretisch in jedem Alter engagieren, doch viele Aufgaben sind mit einer gewissen Verantwortung verbunden, für die du volljährig sein musst. Bei manchen ehrenamtlichen Tätigkeiten ist sogar ein Mindestalter vorgeschrieben.
  • Wo liegen deine Stärken? Bist du sportlich, gut in Mathe oder ein Organisationstalent? Vielleicht handwerklich geschickt, kannst gut mit Menschen umgehen oder kochen? Wähle ein Ehrenamt, das zu deinen Fähigkeiten passt, sonst ist Frust vorprogrammiert.
  • Wofür kannst du dich begeistern? Mach dir das klar, denn ganz ohne Enthusiasmus für die Sache, wirst du wahrscheinlich schnell aufgeben.
  • Wie viel Zeit hast du für ein Ehrenamt übrig? Ist es nur ein Nachmittag im Monat, dann macht es wenig Sinn sich bei der Freiwilligen Feuerwehr zu bewerben. Hast du als Student nur in den Ferien Zeit, suche dir ein Projekt, das über einen klar begrenzten Zeitraum läuft. Je realistischer deine Einschätzung ist, desto besser. Die Organisation, die du unterstützt, muss sich auf dich verlassen können.
  • Informiere dich über die Organisation, für die du aktiv werden willst. Welche Ziele und Anliegen verfolgt sie? Handelt es sich um einen eingetragenen Verein oder ist sie sonst irgendwo anerkannt? Wer steckt dahinter? Das gilt natürlich nicht, wenn es sich um deinen Sportverein, das Tierheim um die Ecke oder den Jugendtreff im Ort handelt, den du selbst früher besucht hast. Auch große Organisationen wie die Freiwillige Feuerwehr, das Rote Kreuz oder die Caritas garantieren für Seriosität.
  • Last but not least: Sei ehrlich zu dir selbst über deine Beweggründe für eine ehrenamtliche Arbeit. Machst du das nur, um deinen Lebenslauf aufzubessern, solltest du es lieber lassen. Ebenso, wenn dir das gewählte Ehrenamt keine Freude macht. Du solltest das, was du tust, auch wirklich tun wollen, sonst bleiben die positiven Effekte eines freiwilligen Engagements aus.

Wie du von ehrenamtlicher Arbeit profitieren kannst

Sich sozial zu engagieren macht nicht reich, ganz im Gegenteil, du zahlst manchmal sogar drauf, wenn Material angeschafft oder ein Raum gemietet werden muss. Umsonst ist ehrenamtliche Arbeit allerdings ganz sicher nicht. Soziales Engagement ermöglicht es dir, etwas zu tun, das dir wichtig ist, was du aber nicht beruflich machen kannst oder willst. Ein Ehrenamt kann so der Ausgleich zu einem Routinejob sein und deinem Leben Sinn geben.

In einer Krise wie der aktuellen gibt dir eine ehrenamtliche Tätigkeit Halt, auch wenn sonst alles unsicher erscheint. Zusätzlich kannst du deine Fertigkeiten vertiefen, vielleicht sogar ganz neue Dinge lernen. Das alles stärkt dein Selbstwertgefühl, sodass du deine Alltagsprobleme besser bewältigen kannst. Außerdem triffst du dabei auf Menschen, die zumindest teilweise ähnliche Interessen haben. Damit ist es ein leichtes, neue Kontakte zu knüpfen und eventuell Freunde zu gewinnen, auch wenn du sonst eher schüchtern bist.

Warum soziales Engagement?

Die Gründe warum sich Menschen ehrenamtlich einbringen sind dabei sehr unterschiedlich: Die einen wollen den Mitmenschen der Gesellschaft etwas Gutes tun und nutzen dazu die sinnstiftende Tätigkeit eines Ehrenamtes, die anderen wollen Dinge wie Zeit, Wissen und Know-How zurückgeben, um so einen Beitrag zur offenen Gesellschaft zu leisten. Mit einem ehrenamtlichen Engagement schenkt man nicht nur Zeit, sondern vor allem Aufmerksamkeit, praktische Hilfe und Wertschätzung gegenüber den Gruppen, für die man sich einsetzt.

Spricht man mit ehrenamtlichen Helfern darüber, warum sie sich engagieren, fällt oft das Wort „Dankbarkeit“. Menschen (und auch Tiere), denen du hilfst, sind dankbar für deinen Einsatz. Leuchtende Kinderaugen, nachdem sie eine schwierige Aufgabe bewältigt haben, die Freude eines Obdachlosen, wenn du ihm im Winter einen dick gefütterten Mantel überreichst – das alles tut der Psyche gut und wirkt sich damit auch positiv auf dich aus.

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