weltverbesserer Leben Medizinische Innovationen – entwickeln, helfen und Gutes tun

Medizinische Innovationen – entwickeln, helfen und Gutes tun

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Ob beleuchtete Eiswürfel für den kühlen Drink oder Plastikhandschuhe für die Damenhygiene: Manche Start-ups haben eher ihren eigenen Profit als das Wohl der Menschen im Blick. Doch immer mehr Gründer:innen wollen mit ihren Ideen wirklich etwas bewegen und die Welt ein bisschen besser machen. Zum Beispiel durch medizinische Innovationen.

So geht es auch den Menschen, die mit ihren Ideen die Medizinwelt revolutionieren wollen. Die Techniker Krankenkasse unterstützt solche Projekte mit dem InnovationsPortal und bietet Informationen und hilfreiche Tipps für die Ausgestaltung und Weiterentwicklung deiner Idee. Für ein wenig Motivation und Inspiration sorgen die folgenden medizinischen Innovationen aus aller Welt. Und wer weiß, vielleicht hast du ja auch eine Idee?

EinDollarbrille in der Entstehung
Foto: EinDollarBrille – Martin Aufmuth

Gute Aussichten für Afrika

Gute Aussichten für Afrika sehen zu können, ist ein Luxus, dem wir uns manchmal gar nicht so recht bewusst sind. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO brauchen etwa 950 Millionen Menschen auf der Welt eine Brille. Während sich in Deutschland viele Menschen schicke Brillengestelle, selbst tönende Gläser oder speziell angepasste Kontaktlinsen leisten können, sieht das in anderen Ländern ganz anders aus. Oft können sich die Menschen in ärmeren Ländern keine Brille leisten, oder haben keine Optiker in der Nähe. Dieses Problem löst das Projekt EinDollarBrille.

Der Rahmen der Brille kann von den Menschen vor Ort leicht mit einer einfachen Biegemaschine um die Gläser gewunden werden. Statt 150 Euro für ein Markengestell fallen hier nur ein US-Dollar Herstellungskosten an. Mit nur einem Handgriff können die Gläser in den Rahmen eingeklickt werden. Das Projekt liefert Bausätze mit vor geschliffenen Kunststoffgläsern, die bruch- und kratzfest sind und von -10,0 bis +8,0 Dioptrien korrigieren können. Zum Abschluss bekommen die Bügel und der Nasensteg einen farbigen Schlauch verpasst, damit die Brille bequem sitzt.

Medizin Studentin lernt am Laptop
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Lern-App für angehende Ärzt:innen

Wie fast jedes Studium ist auch das Medizinstudium sehr arbeitsintensiv. Vor allem das ständige Auswendiglernen verschiedenster Inhalte setzt vielen Studierenden zu. Deshalb entwickelt das Kölner Start-up miamed die erste E-Learning-Plattform speziell für Mediziner:innen. Schon seit 2012 bietet das Unternehmen eine Online-Lernsoftware an, mit der Medizinstudierende sich intensiv auf das Examen vorbereiten können.

Hilfe für Frauen mit Brustkrebs
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Hilfe für Frauen mit Brustkrebs

Da die Erkrankung Brustkrebs oft das ganze Leben durcheinanderbringt, hat die Gynäkologin und Professorin Pia Wülfing PINK! gegründet. In ihrer Praxis bemerkte sie immer wieder, dass die Patientinnen im Internet oft verstörende, verwirrende und manchmal sogar schlichtweg falsche Informationen finden, wenn sie auf der verzweifelten Suche nach Informationen über ihre Erkrankung sind. Die Internet-Recherche verunsichert sie meist viel mehr, als dass sie Trost spendet oder Hilfe bietet.

Leider haben Ärzt:innen durch den hektischen Arbeitsalltag meist nur wenig Raum für ein mitfühlendes Gespräch, was sehr schade ist und anders sein sollte. PINK! bietet daher auf der Website viele wertvolle Informationen an. In einem Blog und einem Podcast informieren Wülfing und ihre Kolleginnen über das Thema Brustkrebs: von der Chemotherapie über verschiedene Fachbegriffe bis zur Nachsorge. Das besondere an PINK! ist jedoch, dass sie zudem eine Therapie-Assistenz anbieten: Wer seinen pathologischen Befund an den digitalen Assistenten schickt (laut eigenen Angaben werden die Daten dabei nicht gespeichert oder an Dritte weitergegeben), bekommt detaillierte Informationen darüber, was der Befund eigentlich bedeutet und wie es weiter gehen kann. So ergänzt PINK! die Arbeit der behandelnden Ärzt:innen mit verständlichen Informationen.

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Abiturient löscht mit Igel

Täglich riskieren Feuerwehrleute ihr Leben, wenn sie bei Löscheinsätzen brennende Gebäude betreten müssen. Um die Sicherheit der Einsatzkräfte zu erhöhen, entwickelte der Abiturient Jan Heinemann einen zylinderförmigen, spitz zulaufenden Schlauchaufsatz mit Düsen. Sein patentierter „Löschigel“ wird auf Steckleitern der Feuerwehr befestigt und kann so aus größerer Entfernung in einen Gefahrenbereich geschoben werden. Dadurch erhöht sich der Sicherheitsabstand. Die stachelähnlichen Düsen des Geräts erzielen zudem eine größere Löschwirkung als ein konventioneller Vollstrahl, da sie das Löschwasser großflächig zerstäuben und so auch giftige Gase und Aerosole niederschlagen. Auf diese Weise kann der Löschigel ein Feuer effektiv bekämpfen, ohne dass sich die Feuerwehrleute in die Gefahrenzone begeben müssen.

Bloop Medizinprodukt
Foto: David Wojcik

Frischer Wind für frisches Blut

Im Jahr 2015 starben 1,2 Millionen Menschen an schweren Blutungen während einer Operation. Doch besonders für Krankenhäuser in Schwellen- und Entwicklungsländern sind die Geräte, die Blut während einer Operation aufbereiten und so Leben retten können, viel zu teuer. Deshalb hat sich der Design Student David Wojcik etwas einfallen lassen: Mit Bloop hat er ein wiederverwendbares Gerät erschaffen, das ausgetretenes Blut sofort und sicher wieder aufbereitet. Das Gerät ist dabei nicht nur so minimalistisch und auf den Punkt designt, wie du es von einem Design-Studenten erwarten würdest – sondern kostet auch gerade mal 10 Euro.

Doch der erfinderische Student hat noch mehr Ideen auf Lager: Hebix, ein leichtes und zusammenfaltbares Plastikgerät, erleichtert es dem Pflegepersonal in Krankenhäusern und Pflegeheimen, gestürzten Menschen wieder hochzuhelfen. Eine wahrscheinlich noch größere Hilfe ist das kostengünstige Gerät aber für die Pflege zuhause., da das Aufrichten eines erwachsenen Menschen meist ein echter Kraftakt ist. Mit Hebix sind nur noch 60 Prozent der Kraft nötig, die es sonst braucht, um eine Person anzuheben.

Auch für Großveranstaltungen hat sich Wojcik noch etwas ausgedacht: einen Rettungsballon. Auf seiner Website schreibt er, dass sich auf dem Oktoberfest alle 10 Minuten ein Mensch verletzt und medizinisch versorgt werden muss. Damit die Rettungskräfte die verletzte Person schneller im Getümmel finden können, kam Wojcik auf Balloo. Balloo sieht aus wie eine Taschenlampe. Im Falle des Falles quillt daraus ein 3,5 Meter hoher Ballon mit blinkenden LED-Lichtern hervor, der denRettungskräften signalisiert, wo sie die verletzte Person finden. Zudem zeichnet Balloo mit einem Laser einen Kreis um die verletzte Person, so dass der eintreffende Rettungswagen sofort weiß, wer betroffen ist. So kann Balloo die Ausrüstung der auf solchen Veranstaltungen patrouillierenden Ordnungskräfte oder Sanitäter sinnvoll ergänzen.

Gemüse für gesunde Nähte

Auf dem Teller möchte sie es lieber nicht liegen haben, aber auf dem Operationstisch schon: Die 17-jährige Schülerin Dasia Taylor aus Iowa hat eine Erfindung gemacht, mit der sich entzündete Wundnähte sofort erkennen lassen. Und zwar etwas ganz Einfaches: Wundfäden, versetzt mit Rote-Bete-Saft. Sobald sich die Wunde entzündet, verfärben sich die roten Nähte und werden dunkelviolett. Rote Beete hat hierfür den perfekten PH-Wert: Gesunde Haut hat einen PH-Wert von 5 – genau wie die rote Wurzel. Mit ihrer Erfindung wollte sie eine Alternative zu teuren High-Tech-Lösungen schaffen, die sich viele Menschen auf diesem Planeten einfach nicht leisten können.

Mit ihrer ebenso einfachen wie genialen Erfindung möchte Taylor vor allem Frauen in Entwicklungsländern helfen, deren Kaiserschnittnarben sich häufig entzünden. Schließlich entzünden sich in diesen Ländern 20 Prozent. Das gilt jedoch nur für elf Prozent aller anderen Wunden. Damit zumindest die Heilung besser verlaufen kann, reichte Taylor ihre Idee der günstigen Wundfäden bei einem Forschungswettbewerb für Jugendliche ein – und gewann. Mit dem Preisgeld hat sie unter anderem die kostspieligen Patentanwälte bezahlt. Nun geht es für die Schülerin an die Entwicklung.

Mit Ideen wie diesen können clevere Erfinder:innen gutes Tun und den Helfenden vor Ort die Arbeit erleichtern – damit die Welt ein gesünderer und besserer Ort wird.

Das TK-InnovationsPortal

Hast du vielleicht selbst ein Start-up, das ein innovatives Medizinprodukt auf den Markt bringen möchte? Dann findest du im InnovationsPortal der Techniker Krankenkasse Informationen, wie sich eine Idee zu einem Medizinprodukt entwickeln kann. Außerdem versorgt dich das Portal mit allem, was du für deinen Weg in das deutsche Gesundheitssystem wissen musst.

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