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Lebensmittelverschwendung vermeiden: Tipps gegen Foodwaste

Wir stellen riesige Mengen an Lebensmitteln her, transportieren, verarbeiten und verpacken sie – und dann schmeissen wir sie weg? Ja, das ist so. Das Ausmaß unserer Lebensmittelverschwendung ist enorm. Doch wo liegen die Ursachen? Und was können wir gegen Foodwaste tun?

Laut WWF finden jährlich 18 Millionen Tonnen Lebensmittel ihren Weg in deutsche Mülleimer. Das ist ein Drittel der einheimischen Lebensmittelproduktion und entspricht dem Gewicht von 90.000 ausgewachsenen Blauwalen oder 90 Elbphilharmonien.

Lebensmittelverschwendung in einem solchen Ausmaß ist ein gesellschaftliches Problem. Die Ursachen reichen vom Feld über den Handel bis auf den Teller.

Ursachen der Lebensmittelverschwendung

Hier die wichtigsten Ursachen für unseren Foodwaste-Wahnsinn:

  • Schönheit: Viele Lebensmittel werden schon auf dem Feld direkt bei der Ernte aussortiert – weil sie nicht „schön“, rund, glatt oder gerade genug sind für den Handel.
  • Haltbarkeit: Zahlreiche Verbraucher verstehen das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) als Verfallsdatum, werfen Lebensmittel dann also weg, obwohl sie noch essbar sind.
  • Achtsamkeit: Auch unser Lebensstil trägt dazu bei – vor allem das ungeplante, spontane Einkaufen, das wir oft am Abend möglichst schnell hinter uns bringen wollen.
  • Verfügbarkeit: Nicht zuletzt hat uns die breite Auswahl viel zu billiger Lebensmittel vergessen lassen, wie wertvoll Essen eigentlich ist.

Wir finden: Gute Lebensmittel gehören nicht in den Müll, sondern auf den Teller! Um das große Wegwerfen zu verhindern, machen wir auf die Lebensmittelverschwendung aufmerksam und nennen dir die besten Tipps, wie du Foodwaste ganz einfach vermeiden kannst.

Foodwaste vermeiden beim Einkauf

Etwa ein Drittel unserer Lebensmittelverschwendung entfällt auf Obst und Gemüse. Davon kaufen wir oft mehr ein, als wir essen können – und werfen es dann weg, weil es vielleicht nicht ganz frisch aussieht.

Das Problem ist also, dass wir uns beim Einkaufen zu leicht verlocken lassen, Dinge zu kaufen, die wir nicht brauchen. Abhilfe schafft ein Plan, ausgehend von dem, was du dir kochen oder zubereiten willst. Mit dem Einkaufszettel im Supermarkt bist du dann stark genug, alles stehen zu lassen, was da nicht drauf steht. Sich an einen Einkaufszettel zu halten spart übrigens auch Geld.

Alter vor Schönheit …

Die meisten Menschen kaufen Gemüse und Obst ein, das besonders gut aussieht. Das ist verständlich, führt aber eben dazu, dass nur die schönsten Karotten in den Handel kommen. Fakt ist aber, dass die krumme Karotte genauso schmeckt wie die gerade.

Immerhin denken einige Anbieter um: Discounter verkaufen inzwischen krummes Gemüse, bei Aldi Süd sind es „Krumme Dinger„, bei Penny „Bio-Helden„. Doch das ergibt für die Discounter-Ketten langfristig natürlich nur Sinn, wenn wir als Kunden da auch zugreifen.

Lebensmittelverschwendung und Foodwaste vermeiden
Gemüse muß auch mal krumm sein dürfen.

Lebensmittel-Haltbarkeit checken

Stell dir vor, du schaust deine Lieblingsserie und hast Lust auf einen cremigen Joghurt. Du gehst zum Kühlschrank, schaust auf das Mindesthaltbarkeitsdatum und stellst fest, dass es schon seit einer Woche überschritten ist. Daraufhin landet der Joghurt im Müll und du ärgerst dich, weil du eigentlich großen Appetit darauf hattest.

Dabei könnte es so einfach sein: Einfach den Joghurt aufmachen, genau anschauen und dann essen! Denn sehr viele Lebensmittel, die wir in den Müll werfen, gehören dort noch lange nicht hin. Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist nämlich lediglich ein Servicehinweis. Es besagt: „Mindestens haltbar bis…“, nicht „garantiert schlecht ab“.

Die meisten Lebensmittel sind weit über ihr MHD hinaus genießbar, manche verderben so gut wie nie (Nudeln, Reis, Zucker, Honig, Kaffee, Kakao…). Du kannst also mit einem genauen Blick unter den Joghurtdeckel sowie einer Geruchs- und Geschmacksprobe schnell und einfach feststellen, dass der Joghurt noch nicht verdorben ist.

Riechen, genau anschauen, schmecken – das alles sind meist völlig ausreichende Methoden, um herauszufinden, ob etwas noch gut ist. Hilfreiche und detaillierte Tipps dazu hat die Verbraucherzentrale Hamburg.

Lebensmittel richtig lagern

Lebensmittel zu lagern ist fast schon eine Kunst, denn es gibt zahlreiche Fehler, die man machen kann. Aber es ist eine Kunst, die jeder lernen kann.

So gehören Kartoffeln und Zwiebel an dunkle, kühle Orte. Karotten gehören nicht in den Kühlschrank, wo sie nur weich werden. Eine aufgeschnittene Zitrone bildet nur außerhalb des Kühlschranks ein schützendes Häutchen. Auch Tomaten müssen nicht in den Kühlschrank, sollten aber nicht zusammen mit Äpfeln gelagert werden sollten.

Utopia.de hat sich dazu ein Anti-Foodwaste-Poster ausgedacht.

Lebensmittelverschwendung und Foodwaste vermeiden Tipps
Selbst wenn diese Bananen noch älter wären: Für einen Smoothie sind sie noch gut genug.

Reste verwerten

Essenreste gehören nicht in den Mülleimer, sondern auf den Teller der nächsten Mahlzeit. Dazu ist nur ein bisschen Fantasie gefragt, was man damit kochen kann. Suppen und Eintöpfe liegen auf der Hand, ebenso Pizzabeläge. Buchtip dazu: Weil wir Essen lieben. Vom achtsamen Umgang mit Lebensmitteln: Mit Rezepten für die Resteküche.

Oder lass dir von deinem Smartphone helfen! Etwa von der „Zu gut für die Tonne!“-App, die dir zeigt, wie du übriggebliebene Lebensmittel in köstliche Gerichte verwandelst. Die App enthält hunderte Rezepte aus Resten und gibt dir außerdem wertvolle Tipps für deinen Einkauf und zur richtigen Aufbewahrung deiner Lebensmittel.

Lebensmittelretter können sich auf der ehrenamtlich betriebenen Plattform foodsharing.de registrieren und übrig gebliebene Lebensmittel weitergeben. Umgekehrt kann man dort auch für sich selbst einkaufen. Auch die App Too Good To Go hilft gegen Lebensmittelverschwendung: Hier stellen gastronomische Betriebe übriggebliebene Speisen ein, die du dann günstig kaufen kannst.

Lebensmittelverschwendung vermeiden – es geht

Du siehst: Jeder von uns kann mühelos eine ganze Menge gegen Lebensmittelverschwendung tun. Und es würde sich lohnen: Obwohl 60 Prozent der Abfälle bereits durch Landwirtschaft, Industrie und Handel entstehen, gehen über 7 Millionen Tonnen auf das Konto von uns Verbrauchern.

So produziert jeder Bundesbürger im Durchschnitt rund 82 Kilogramm Lebensmittel-Abfall im Jahr – das entspricht nach Schätzungen einem jährlichen Beitrag von 235 Euro pro Kopf. Spätestens jetzt sollte wirklich jedem klar sein: Foodwaste vermeiden lohnt sich – lieber zwei mal hinschnuppern als zu früh wegschmeißen!

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