weltverbesserer Machen Holistic Health: Wenn Körper, Geist und Seele Einklang finden

Holistic Health: Wenn Körper, Geist und Seele Einklang finden

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Über viele Jahrzehnte hinweg herrschte in unserer westlichen Gesellschaft eine eher mechanische Sicht auf unsere Gesundheit. Jeder Bereich wurde einzeln für sich und nur wenig zusammenhängend betrachtet. Andere Kulturen sind da weiter, gilt hier doch schon lange, dass eine Balance zwischen Körper, Geist und Seele nötig ist, um dauerhaft gesund zu sein wollen. Was Holistic Health bedeutet und was dahintersteckt, schauen wir uns genauer an.

Eine Krankheit war früher von der Betrachtungsweise eher wie ein Schaden am Auto, der vom Arzt repariert werden sollte. Zusammenhänge wurden nur selten hergestellt, Bereiche einzeln betrachtet. Andere Kulturen, etwa in Fernost, kamen dagegen schon vor Jahrtausenden zur Einsicht, dass es Körper, Geist und Seele braucht, wollen wir dauerhaft gesund sein.

Mittlerweile ist diese nötige Balance als „Holistic Health“ in der heutigen Sichtweise auch bei uns etabliert. Es geht uns weniger um die Reparatur von „Schäden“, sondern um Vorbeugung, um eine gesunde Lebensweise und Ernährung. Wir haben verstanden, dass wir nicht losgelöst von unserem sozialen und beruflichen Umfeld existieren können und unsere Psyche einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die (körperliche) Gesundheit hat. Ein Ansatz, der in unserer immer älter werdenden Gesellschaft zunehmend an Bedeutung gewinnen dürfte, bedeutet Holistic Health doch, dass wir alle gesünder leben, statt Krankheiten zu heilen.

Aufeinander geschichtete Steine einem felsigen Strand mit Blick aufs Meer
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Wurzeln, Tradition und Entstehung von Holistic Health

Obwohl „Holistic Health“ sehr modern klingt, das Konzept dahinter ist alt. Bereits vor tausenden Jahren beschäftigten sich Hochkulturen damit, Erkrankungen zu heilen oder besser noch, sie gar nicht erst entstehen zu lassen. Speziell im asiatischen Raum herrscht bis heute die Überzeugung vor, dass Gesundheit aus einem Gleichgewicht im Körper und Geist entsteht. Daher gibt es dort zahlreiche holistische Ansätze, die bis heute das dortige Gesundheitswesen beeinflussen.

Frau übt vor Panoramafenster auf einer Matte Yoga
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Yoga – ein Weg zur Gesundheit

Aus Indien beispielsweise stammen zwei der bekanntesten ganzheitlichen medizinischen Lehren: Yoga und Ayurveda. Yoga, wie wir es in der westlichen Welt heute verstehen, ist dabei nur ein kleiner Teil einer „Gesundheitsphilosophie“, die darauf abzielt, den Menschen in physische und psychische Balance zu bringen. Ursprünglich stammt die Lehre aus der Philosophie des Hinduismus und Buddhismus und beinhaltet neben den Übungen für den Körper auch Meditationsübungen, Atemtechniken und Phasen der Tiefenentspannung. Yoga ist keine heilende Medizin, sondern ein Weg zu mehr Vitalität, Bedürfniskontrolle und innerer Gelassenheit, die den Menschen helfen sollen, ihre Gesundheit zu erhalten.

Verschiedene Gewürze wie Zimt, Sternanis, roter und schwarzer Pfeffer, Currypuler und Co.
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Ayurveda – eine ganzheitliche Lebensweise

Auch Ayurveda, das ebenfalls wie Yoga aus Indien stammt, möchte in erster Linie den Menschen gesund erhalten. Die verschiedenen Anwendungen der 5000 Jahre alten indischen Heilslehre fallen heute unter den Begriff „Wellness“. Massagen, Ölgüsse, Hautpackungen oder Inhalation von ätherischen Ölen sollen das Wohlbefinden steigern. Ayurveda geht im Sinne von Holistic Health noch einen Schritt weiter und bindet die Ernährung in das alte indische Gesundheitssystem ein. Verschiedene Speisen und Gewürze sollen Körper und Seele reinigen und stärken, sodass der Mensch keine Medizin braucht.

Kräuter, Pulver und Selbstliebe als Medizin
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Holistic Health in Europa

Holistische medizinische Ansätze gab es aber nicht nur in Asien seit Jahrtausenden. Auch in Europa herrschte bis ins 19. Jahrhundert eine ganzheitliche Betrachtungsweise von Krankheiten vor. Mit der Entwicklung der modernen Medizin, auch „Schulmedizin“ genannt, war es möglich, die Erkrankung viel genauer zu identifizieren und damit besser zu behandeln. Therapien wurden zielgerichtet für das jeweilige Problem entwickelt, der Mensch dahinter, die psychische Komponente einer Krankheit blieb jedoch häufig außen vor.

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Holistic Health als moderner ganzheitlicher Ansatz

Im 21. Jahrhundert hat sich diese Situation gewandelt. Statt einer Trennung zwischen ganzheitlichen Gesundheitskonzepten und problemzentrierter Schulmedizin bemühen sich Ärzte und Gesundheitsdienstleister um die Verbindung beider Welten. Holistic Health möchte nicht nur einen „kaputten“ Körperteil reparieren, sondern den Patienten als Gesamtheit betrachten. Schließlich ist selbst nach der Definition der WHO Gesundheit „mehr als die Abwesenheit von Krankheit und Gebrechen“.

Holistic Health ist jedoch keineswegs ein Ersatz für die schulmedizinische Therapie von Krankheiten, sondern eher eine Ergänzung. Holistische Konzepte wollen Gesundheit erhalten, möglichen Erkrankungen vorbeugen und Selbstheilungskräfte aktivieren. So helfen etwa Ernährungsumstellungen oder Fastenkuren als gesunden Start in ein neues Jahr. Gerade bei chronischen oder wiederkehrenden Krankheiten wie beispielsweise Rheuma oder Migräne können ganzheitliche Ansätze, eine Behandlung den Betroffenen helfen, weniger auf Medikamente angewiesen zu sein.

Mehr Lebensqualität durch holistische Betrachtungsweise

Holistic Health begibt sich dabei auf die Suche nach den Ursachen, anstatt nur Symptome zu bekämpfen. Ungesunder Lebensstil, zu viel Stress und daraus resultierende Verspannungen oder ein schwaches Immunsystem lassen sich mit Meditation, Entspannungstechniken oder gezielter Ernährung verbessern und somit die Symptome lindern oder das Fortschreiten einer Erkrankung verzögern. All das bringt mehr Lebensqualität für die Patienten und entlastet zusätzlich das Gesundheitssystem.

Frau auf einer Sanddüne unter einer grauen Wolkendecke, die ihre Hände vor das Gesicht hält
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Wir sind mehr als nur unser Körper

Holistic Health ist damit viel mehr als nur ein zusätzlicher Wohlfühlfaktor für Patienten. Ganzheitliche Gesundheitskonzepte helfen nicht nur dem Einzelnen, schneller gesund zu werden, sondern auch unserer Gesellschaft, insgesamt gesünder und glücklicher zu leben. Ein wichtiger Ausgleich, ist doch zu erwarten, dass Zivilisationskrankheiten in den nächsten Jahrzehnten noch deutlich zunehmen werden. Auch die Zahl psychischer Erkrankungen wie etwa Burnout ist im Anstieg begriffen. Ursache ist meist unser moderner Lebensstil, mit Leistungsdruck, Bewegungsmangel, falscher Ernährung und permanentem Stress.

Hand lässt Tropfen aus einer Flasche auf die andere Handfläche fallen
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Holistic Health als Möglichkeit ganzheitlicher Gesundheit

Holistische Medizin ist eine Möglichkeit, dieses Übel an der Wurzel zu packen und die Ursachen zu bekämpfen, anstatt nur die Auswirkungen. Im Idealfall gelingt es, Erkrankungen vorzubeugen, zum Beispiel, indem wir lernen, im Alltag resilienter zu werden und besser mit Stress umzugehen.

Über die ganzheitliche Auffassung von Gesundheit rückt auch die Bedeutung der Psyche für unser Wohlergehen wieder mehr in den Vordergrund. „Lachen ist gesund“ lautet ein Sprichwort, das sehr vereinfacht ausdrückt, welch starken Einfluss Emotionen auf unseren Gesundheitszustand haben können. Positive Gefühle wie Glück, Liebe und Freude kurbeln unsere Immunsystem an und aktivieren die Selbstheilungskräfte.

Negative Emotionen wie Angst oder Stress dagegen können uns regelrecht körperlich krank machen. Der Blutdruck steigt, unser Herz beginnt zu rasen und Adrenalin strömt durch den Körper, wir stellen uns auf Kampf oder Flucht ein. Wird dieser Erregungszustand nicht durch entsprechende Techniken, etwa Atemübungen, abgebaut, können Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Folge sein.

Ähnliches gilt auch für unser soziales Umfeld und die Beziehungen, die wir eingehen. Toxische Beziehungen versetzen uns in einen Zustand permanenter Anspannung. Wir sind hin- und hergerissen zwischen Liebe und Leid – mit den bereits erwähnten negativen Folgen für unsere Gesundheit. Glückliche Beziehung dagegen lassen uns positive Emotionen erfahren. Sie bauen uns nach einem anstrengenden Tag wieder auf und steigern so unser Wohlbefinden.

Hand streicht über ein Blumenfeld im Sonnenschein
Foto: CC0 Public Domain / Unsplash – Elia Pellegrini

Körper, Geist und Seele im Einklang

Holistic Health, die ganzheitliche Betrachtung des Menschen als psychosoziales Wesen und nicht bloß als „kaputten“ Patienten ist kein neues Konzept. Über den medizinischen Fortschritt der westlichen Industrienationen war eine Zeit lang in Vergessenheit geraten, dass wir mehr sind als bloß ein Körper, der funktionieren muss. Wirklich gesund sind wir aber nur, wenn sich Körper, Geist und Seele im Einklang befinden. Und das ist letztlich nicht nur besser für uns selbst, sondern auch für unsere Gesellschaft als Ganzes.