weltverbesserer Leben Gute Aussichten: So siehst du wieder Licht am Ende des Tunnels

Gute Aussichten: So siehst du wieder Licht am Ende des Tunnels

Foto: vicho / stock.adobe.com

Mit der Pandemie und den Maßnahmen geht jeder sehr unterschiedlich um. Je nach Persönlichkeit, Lebenssituation und Freizeitvorlieben, kann die Pandemie für Entschleunigung oder eben auch für den größten Stress sorgen. Auch wenn der Impfturbo jetzt endlich zündet und ein Licht am Ende des Tunnels erblicken lässt, werden es nochmal ein paar harte Meter. Mit diesen Tipps gibt es gute Aussichten durch den Endspurt der Pandemie zu kommen.

Die einen zerreißen sich zwischen Job, Home-Schooling und Haushalt, die anderen haben es sich irgendwie gemütlich eingerichtet. Den einen ist alles zu viel, die anderen kommen mit der Corona-Situation und ihren Einschränkungen einigermaßen gut klar. Mit einem guten Miteinander kann jeder – auch alleine von Zuhause aus – lernen, mit der Situation umzugehen. Gute Aussichten: durch etwas mehr Konzentration auf die kleinen Dinge, die wir alle selbst tun können, kommen wir gemeinsam durch die letzten harten Meter der Pandemie.

Was Corona mit den Menschen macht

Wirtschaftliche Sorgen nehmen zu. Viele Menschen fühlen sich einsam oder sind erschöpft von den neuen Anforderungen, die die Schutzmaßnahmen an sie stellen. Diejenigen, die bereits mit Depressionen und Angstzuständen zu kämpfen haben, könnten feststellen, dass die Situation ihre Gefühle noch verschlimmert. Andere, die es gewohnt sind, sich zu beschäftigen, sind plötzlich mit ihren Gedanken mehr allein und vermissen Freunde und Familie außerhalb des eigenen Haushalts.

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Zurzeit fühlt sich jeder Zweite durch Corona gestresst. 50 Prozent der Befragten in einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse gaben an, sich während Corona häufig oder manchmal gestresst zu fühlen. Stolzen 80 Prozent der Befragten fehlten vor allem die Kontakte zu Familie und Freunden. 57 Prozent stresste die Angst vor einer Corona-Erkrankung und 56 Prozent sind durch die Schul- oder Betreuungssituation ihrer Kinder belastet. Und 50 Prozent macht ein möglicher Zusammenbruch der Wirtschaft nervös. Zudem empfinden 38 Prozent der Befragten ihre Arbeiten stressiger als vor der Pandemie. Und 22 Prozent gaben an, dass sie gelangweilt und einsam sind.

Vor allem für Familien ist die Situation anstrengend: 69 Prozent der Eltern geben an, dass sie durch den Alltag in der Corona-Zeit gestresst sind – vor allem, wenn Sie Home-Schooling und Home-Office unter einen Hut bekommen müssen.  Hier ist das Home-Office ein entscheidender Faktor. Während nur knapp die Hälfte der Erwerbstätigen ohne Kinder angibt, im Home-Office gestresst zu sein, sind es unter den Eltern 68 Prozent. In derselben Befragung zeigte sich auch, dass die Belastung durch die Maßnahmen für Frauen ungleich größer ist: Mehr als die Hälfte der befragten Frauen (57 Prozent) gab an, gestresster zu sein als vor der Pandemie. Dagegen erlebten nur 42 Prozent der Männer einen ähnlichen Stress.

Person sitzt Zuhause mit dem Smartphone in der rechten Hand vor dem Laptop und tippt mit der linken Hand auf der Tastatur
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Was ist Corona-Blues?

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie fühlen sich für manchen so an, wie ein nicht enden wollender Hausarrest: Konzerte sind abgesagt, Freunde treffen ist nur mit Mühe möglich und Cafés und Kinos sind bis auf weiteres geschlossen. Wer gerne unter Leute geht, geht momentan auf dem Zahnfleisch. Nach über einem Jahr und unterschiedlichen Formen des Lockdowns macht sich bei vielen der Corona-Blues breit.

Weltweit erleben viele Menschen dieselben Phänomene: Sie schlafen schlechter, langweilen sich und kommen einfach nicht mehr zur Ruhe. Forscher aus verschiedenen Ländern stellen fest, dass sich seit Beginn der Pandemie die allgemeine Stimmung auf einem niedrigen Niveau eingependelt hat. Schlechte Laune ist also seit über einem Jahr an der Tagesordnung.

Zwei quergestellte Holzplatten mit aufgespruehtem Graffiti THANK YOU vor einer Wellblechwand
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Gute Aussichten! So machst du das Beste aus der Situation:

Dankbarkeitsritual

Jeder Tag hat etwas Gutes – manchmal fällt es uns nur schwer, das zu sehen. Wenn die Freundin etwas Nettes schreibt, der Bruder unerwartet einfach mal anruft oder weil die Sonne so schön scheint: Wir können für vieles dankbar sein, dass uns im Alltag als selbstverständlich erscheint. Gerade in Zeiten, in denen uns vermeintlich Selbstverständliches nicht möglich ist, können wir entdecken, wie viel wir trotz allem haben. Und wie wenig uns schon glücklich machen kann.

Forschende raten deshalb, zwei, dreimal pro Woche ein paar Gedanken in einem Dankbarkeitstagebuch zu notieren. Damit richten wir den Fokus auf gute Aussichten. Wenn wir regelmäßig aufschreiben, wofür wir dankbar sind, auch wenn diese Dinge noch so klein sind, verschiebt sich unser Fokus auf das kleine Glück im Alltag. So verwandelt sich der heiße Kaffee vom alltäglichen Flüssigwecker wieder zu einem echten Genuss. Und da viele von uns viel mehr spazieren gehen als früher, können wir gerade im Frühling die Blüten und die neuen Gerüche genießen – und dafür dankbar sein.

Kraftgeber finden

Eine Ressource kann ein materielles oder immaterielles Gut sein. In der Soziologie gehören dazu zum Beispiel unsere Bildung, die Gesundheit oder unser Prestige. Aber auch unsere inneren Potentiale wie unsere Fähigkeiten, Erfahrungen und Talente können eine echte Ressource sein. Wenn unsere Stimmung in den Keller zu rutschen droht, können wir diese Ressourcen anzapfen: Du kannst gut malen? Dann kannst du dir mit Stift und Papier den Weg aus der Stimmung skizzieren. Oder du hast die Fähigkeit, immer eine gute Lösung für alle Probleme zu finden? Diese Ressource kann dir genauso aus dem Tal helfen wie das Talent, optimistisch zu denken oder alles mit Humor zu nehmen. Vielleicht kann die Pandemie auch die Zeit in deinem Leben werden, in der du deine Ressourcen besser kennenlernst. Denn oft schlummern unsere Potenziale im Verborgenen. Begib sich auf Erkundungstour und finde deine Ressourcen. Wenn du magst, kannst du deine Erkenntnisse in ein Journal oder einfach auf einen Zettel schreiben. So kannst du dich an schweren Tagen daran erinnern, was dich über Wasser hält.

Symboldbild für gute Aussichten: Hinweis auf Angebot der TK - Schlaftraining

Eine Mütze Schlaf

Forschende stellen fest, dass die Menschen weltweit seit Beginn der Pandemie schlechter schlafen. Dafür haben Sie den Begriff der „Corona-Insomnia“, der Corona-Schlaflosigkeit, geprägt. Die Gründe dafür sind vielfältig, etwa die mangelnde Bewegung, die die Sicherheitsmaßnahmen mit sich bringt. Aber auch ein veränderter Tages- und Schlafrhythmus, erhöhter Stress oder Einsamkeit verändern unser Schlafverhalten.

Da ein guter Schlaf wichtig für unser Wohlbefinden ist, darfst du dir hier etwas mehr Aufmerksamkeit schenken: Ohne zur Arbeit pendeln zu müssen, erleben viele Menschen jeden Tag ein paar Minuten mehr Zeit. Diese gewonnenen Minuten kannst du für deinen Schlaf nutzen.

Zu Beginn der Pandemie berichteten Menschen weltweit, dass sie schlechter schliefen und intensiver träumten. Du kannst aber auch Einschlafrituale etablieren, etwa zwei Seiten zu lesen oder die klassische Milch mit Honig zu trinken. Eine niedrige Raumtemperatur um die 18 Grad Celsius kann zudem zu einem besseren Schlaf beitragen. Und was du sicher schon tausend Mal gehört hast, stimmt auch in diesem Zusammenhang: Screens haben im Schlafzimmer nichts verloren. Denn das blaue Leuchten gaukelt unserem Gehirn vor, es sei Tag und das knipst in unserem Kopf die Lampe an, die uns nicht schlafen lässt. Digital Detox gibt dir die Möglichkeit, wieder richtig schön Bett-schwer zu werden. Dann klappt es auch während der Pandemie mit dem Schlaf.

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Neugierig bleiben

Es scheint, als dürften wir momentan nichts Neues entdecken. Doch die wahren Entdecker:innen lebten meist in der Zeit vor der Erfindung von Flugzeugen und dem Internet. Wer seinen Blickwinkel ändert, kann während des Lockdowns Dinge entdecken, die ihm sonst nie auf- oder eingefallen wären: Etwa ein neues Gericht aus einem Land zu kochen, in das du ohne Pandemie gerne gereist wärst oder neue Fahrradstrecken in deiner direkten Umgebung auszukundschaften.

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Ruf an: Telefonseelsorge

Wenn du mental feststeckst und aus deinen Gedankenkreisen nicht mehr rauskommst, kann auch ein Blick von außen helfen. Die Ehrenamtlichen Mitarbeiter bei der Telefonseelsorge sind dazu ausgebildet, dir zuzuhören und deinen Blick auf die Welt vielleicht ein bisschen zu drehen. Egal, wo du bist, erreichst du die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111.

Online-Angebote der TK

Menschen, die akut von einer Depression betroffen sind, haben momentan noch ein weiteres Problem: Viele Psychotherapeuten mussten aufgrund der enormen Nachfrage während der Pandemie ihre Wartelisten schließen. Abhilfe schaffen Online-Angebote, wie zum Beispiel der Depressionscoach von der Techniker Krankenkasse, die bis zum Beginn einer Therapie helfen können.

Halte Kontakt

Gerade in Zeiten, in denen der Kontakt zu unserem Mitmenschen eingeschränkt ist, sollten wir emotional näher zusammenrücken. Probiere doch mal etwas ganz Verrücktes aus und ruf einen Freund an. Einfach so. Ohne vorher zu schreiben oder euch vorher zu verabreden. Vor zehn Jahren, bevor jeder ein Smartphone hatte, war es das normalste der Welt. Diese altmodische Variante des Kontakts kann einiges für deine Laune tun – und uns wieder näher zusammenbringen.

Symboldbild für gute Aussichten: Sport - Rueckansicht von Frauenbeinen, die in Sportschuhen steinerne Stufen nach oben laeuft
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Beweg dich

Wusstest du, dass Joggen nicht nur fit macht, sondern auch entspannt? Richtig, du musst in der Yoga-Stunde nicht ewig im hinabschauenden Hund ausharren, um endlich mal wieder runter zu kommen. Denn wer laufen geht, baut aktiv das Stresshormon Cortisol in seinem Körper ab – und sorgt so für mehr Ausgeglichenheit und bessere Laune.

Wenn du dich bei Tageslicht in der Natur bewegst, greifst du noch zwei zusätzliche positive Effekte ab: Denn sowohl natürliches Licht als auch der Blick auf sattes Grün können schon nach 30 Minuten unsere Stimmung aufhellen. Dass wir uns aktiv gegen die schlechte Laune stemmen, fördert zudem unsere Selbstwirksamkeitserwartung. Also das Gefühl, dass wir selbst der Boss in unserem Leben sind – und das macht uns zufrieden.

Tue etwas Sinnvolles

Ein neues Hobby, eine Sprache lernen oder doch endlich mal den Roman schreiben, den wir schon immer im Kopf hatten: Wenn wir etwas tun, das uns Sinn stiftet, fühlen wir uns wieder selbstwirksam – und sind zufriedener. Forschende zeigen mit ihren Studien immer wieder, dass die größten Sinnstifter in unserem Leben unsere Mitmenschen sind. Vielleicht findest du ein neues Hobby, über das du dich mit anderen austauschen kannst oder das du sogar zusammen mit anderen ausüben kannst.

Symboldbild für gute Aussichten: Routine Fruehstueckstisch mit frischem Obst, frisch gepresstem Saft, Brot und Muesli
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Schaffe Dir Routinen

Ein vitaminreiches Frühstück aus einer hübschen Schale oder ein Spaziergang nach dem Abendessen: Routinen geben Halt und Struktur. So können wir unseren Alltag leichter bewältigen und beugen nachweislich Depressionen vor. Inspirationen findest du auf Social Media: Vor allem auf YouTube findest du bei einer Suche nach Morgen-, Abend- oder Workout-Routinen viele Tipps und Ideen, wie du dein Leben auf einfache Weise besser strukturieren kannst. Und keine Sorge: Routinen müssen nicht langweilig sein. Vielmehr helfen sie dir dabei, in Zeiten wie diesen etwas mehr Halt in deinem Alltag zu finden. Eine Studie zeigte außerdem, dass Routinen uns mehr innere Ruhe schenken und unsere Angstgefühle reduzieren.

Gemeinsam durch die Krise

Gemeinsam können wir uns durch die Pandemie helfen. Wenn wir uns gegenseitig unsere Strategien verraten und weiterhin zusammenhalten, vertreiben wir gemeinsam den Corona-Blues. So sorgen wir zusammen für gute Aussichten.