weltverbesserer Wissen Gelassenheit lernen: Dein Weg zu seelischer Gesundheit

Gelassenheit lernen: Dein Weg zu seelischer Gesundheit

Foto: Mat Hayward / stock.adobe.com

Täglicher Alltagsstress oder ungewohnte Situationen im Privatleben können dazu führen, dass wir uns gestresst und unsicher fühlen. Damit es in der schnellen Welt auch einen Ruhepol gibt, können wir lernen, wie wir durch Gelassenheit selbst zu einem Ruhepol werden können. Meditation, Yoga und Achtsamkeit sind schon lange aus der Esoterik-Ecke verschwunden und finden sich in der Mitte unserer Gesellschaft wieder.

Gelassenheit ist Einstellungssache – und etwas, das wir aktiv in unser Leben holen können. Wenn wir gelassen bleiben, können wir besser mit Angst, Stress und Zweifel umgehen. Das hilft uns sowohl im Privatleben als auch im Job: In einer Umfrage von 2018 gaben 33 Prozent der Befragten an, dass sie ihren Stress im Alltag gerne reduzieren würden. In einer anderen Umfrage gaben 70 Prozent der befragten Deutschen an, sich generell mehr Zeit zu wünschen. Viele von uns scheinen sich im Dauerstress zu befinden.

Symbolbild für Gelassenheit lernen Laptop Schreibheft und Stift auf einem Tisch neben einem Teebecher
Foto: CC0 Public Domain / Unsplash – Nick Morrison

Hilfe im Internet

Bei Stress kann Gelassenheit zur Notbremse in hektischen Situationen werden: Gelassenheit ist unser Helfer in der Not, wenn wir das Gefühl haben, einfach für nichts wirklich Zeit zu haben und von einer Verpflichtung zur nächsten zu hetzen. Schnell kann dabei das Gefühl aufkommen, dass wir unser Leben aus der Hand geben und uns fremdsteuern lassen. Viele von uns haben das Gefühl, dass uns diese Un-Gelassenheit fest im Griff hat. Wie es um deinen Stress steht, kannst du mit schnell ausgefüllten Online-Tests herausfinden: Mit dem Stress-Navigator kannst du dich ganz allgemein über das Thema Stress informieren und findest auch direkt praktische Tipps und Angebote, die dir beim Umgang mit Stress helfen.

TK Leistung zum Coach für Achtsamkeit und Meditation

Alles hat zwei Seiten

Gelassenheit ist Einstellungssache: Es kann schon helfen, wenn wir in manchen Stresssituationen innerlich einen Schritt zurücktreten und uns die andere Seite anschauen: Entweder können wir uns in unser nerviges Gegenüber versetzen und das vielleicht unfaire Verhalten etwas besser verstehen. Oder wir können das Positive in einer vermeintlich schlechten Situation sehen: Du hast den Zug verpasst? Schön, so hast du Zeit, die noch einen Kaffee zu besorgen und einen Moment ganz für dich zu genießen. Oder du hast die Praktikumsstelle für den Sommer nicht bekommen? Vielleicht kannst du dann jetzt die Chance nutzen, und stattdessen etwas tun, was du dir schon immer gewünscht hast, ohne Zeit dafür zu haben. Einzusehen, dass fast alles auch eine gute Seite hat, bringt eine ordentliche Portion Gelassenheit in den Alltag.

Symbolbild für Gelassenheit lernen Junge Frau drückt mit geschlossenen Augen ihr Kinn an ihre gefalteten Hände
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Gelassenheit lernen: Mit diesen Tipps klappt’s

Finde deine Stressoren

Der erste Stritt, um deinen Stress abzuschreiben, ist, ihn aufzuschreiben. Frage dich: Was stresst mich? Wie oft stresst es mich? Und warum? Wenn du deine Stressoren identifiziert hast, kannst du dir für jeden der Punkte überlegen, was passieren müsste, damit es dich nicht mehr so oft nervt. Mach dir eine Liste und leg sie irgendwo ab, wo du häufiger hinsiehst. So behältst du ihm Hinterkopf, dass du dich etwas mehr für deine eigene Gelassenheit engagieren möchtest.

Richtig atmen

Als Erste-Hilfe-Maßnahme hilft eine ganz einfache Sache: Atmen! Auch wissenschaftliche Studien zeigen, wie gut und wie schnell tiefe Atemzüge zu mehr Gelassenheit verhelfen. Bewusst verlangsamtes Atmen hilft sowohl bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen als auch beim Gelassen bleiben.

Wenn du merkst, dass Stress aufkommt, kannst du ganz einfach ein paar tiefe Atemzüge in den Bauch nehmen. Das geht sogar unbemerkt in einer Besprechung oder am Telefon. Da wir unter Stress dazu neigen, unsere Atmung flacher werden zu lassen, sorgt die Bauchatmung schnell für Entlastung. In weniger akuten Momenten kannst du deine Atmung bewusst verlangsamen, indem du beim Einatmen bis sieben zählst, kurz die Luft anhältst und langsam wieder bis sieben zählst, bis du vollständig ausgeatmet hast. Es gibt noch viele andere Atemübungen – und alle helfen dir, gelassener zu leben.

Symbolbild für Gelassenheit lernen vier Magnetworte you are the change auf einen schwarzen Untergrund
Foto: CC0 Public Domain / Unsplash – Kalei Peek

Love it, change it or leave it

Gelassenheit kann zu einer alltäglichen Denkweise werden. Wir verabschieden uns dabei von bekannten Stresstriggern, akzeptieren Fehler wie sie sind und lernen Gelassen und entspannt mit dem Leben umzugehen. Denn das Leben ist nicht perfekt, muss es nicht sein und wir müssen es auch nicht sein.

Wenn Gelassenheit im Alltag immer wieder für uns da ist, kann es gerade in Ausnahmesituationen helfen nicht die Fassung zu verlieren. Dabei ist es wichtig, auch die Schlange im Supermarkt einfach hinzunehmen und sich deutlich vor Augen zu halten, dass es die gemächlich nach Kleingeld fischende ältere Dame nicht beschleunigt, wenn du unter Zeitdruck und genervt bist. Die Einsicht, dass unsere Laune die Situation selten ändert, hilft uns, gelassener zu werden und zu bleiben.

Symbolbild Gelassenheit lernen Scrabblebuchstaben aus hellem Holz die zusammengelegt den Satz choose your words ergeben
Foto: CC0 Public Domain / Unsplash – Brett Jordan

Auf die Wortwahl achten

„Mega-Probleme“ oder „Furchtbares Desaster“ mögen Beschreibungen sein, die wir in der Situation passend finden. Und doch sollten wir uns hier an den Leitsatz halten, dass Sprache Wirklichkeit schafft. Wenn wir eine Situation weniger stark bewerten und lieber auf die Chancen schauen, verändert sich die Situation bald. Ein gelassenerer Blick auf die Dinge führt dazu, dass wir mit Situationen einfacher umgehen lernen.

Entspannen lernen

Lerne, wie dein Körper entspannen kann. Ja, auch in stressigen Situationen ist es wichtig dem Körper die Möglichkeit zu geben, kurz zur Ruhe zu kommen. Damit das gelingt, gibt es einige Methoden, die helfen im Eifer des Gefechts einen kühlen Kopf zu bewahren. Es müssen nicht direkt Yogaübungen sein. Oftmals hilft es schon ruhig durch den Bauch zu atmen und bis zehn zu zählen. Auch ein einfaches Glas Wasser, das du trinkst und dabei innerlich von zehn bis null zählst, kann einen gewissen Abstand zum Stressauslöser aufbauen. Danach kann alles nochmal neu angegangen werden.

Einen kleinen Moment der Gelassenheit kannst du jeden Tag erleben: mit Meditation. Im Internet findest du viele Angebote, die dir einen einfachen Einstieg in die Meditation ermöglichen. Dabei können auch Apps helfen, die auf kurze Entspannungshilfen ausgelegt sind.

Symbolbild fuer Gelassenheit lernen rückenansicht einer jungen Frau, die einen Spaziergang im Wald macht
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Dem Stress davon laufen

Aktiv gegen Stress angehen: Damit wir Stress richtig verarbeiten, sind aktive Handlungen genauso wichtig, wie das richtige Mindset. Sport ist dabei eine tragende Kraft. Aber auch mal die eigenen Grenzen laut auszusprechen kann Wunder bewirken! Viele Menschen empfinden es als entspannend, wenn sie große Muskelgruppen in rhythmischer, sich wiederholender Weise anspannen. Forschende sprechen dabei auch von „muskulärer Meditation“.

Und auch ohne Mitgliedschaft im Fitnessstudio kannst du mit Bewegung zu mehr Gelassenheit gelangen: Gehen und Joggen sind gute Beispiele dafür. Selbst ein einfacher 20-minütiger Spaziergang kann den Kopf frei machen und Stress abbauen. Manche Menschen bevorzugen jedoch ein intensives Training, das nicht nur Kalorien, sondern auch Stress verbrennt. Das ist ein Grund, warum Ellipsentrainer so beliebt sind. Und dieselben Dehnungsübungen, die Ihre Muskeln nach einem harten Training entspannen, helfen auch Ihrem Geist, sich zu entspannen.

Das „Nein“ umarmen lernen

Gelassenheit fängt bei uns an. Wir setzen unsere Grenzen; wir finden unsere persönliche Strategie und die Maßnahmen, die uns helfen; wir setzen und Pausen, Atmen tief durch oder arbeiten mit einer kurzen Übung einer App. Es fängt bei uns an. Und das führt schlussendlich zum Ergebnis der Gelassenheit.

Symbolbild für Gelassenheit lernen schwarzer schriftzug sorry in schreibschrift auf rosafarbenem Untergrund
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Gelassenheit durch Vergeben lernen

Mittlerweile gibt es sogar erste wissenschaftliche Untersuchungen zur Metta- oder Loving-Kindness-Meditation, die andeuten, dass diese Form der Meditation uns mehr Gelassenheit schenken kann. Bei dieser Art der Meditation geht es in erster Linie nicht darum, unseren Geist zu fokussieren, sondern anderen und uns selbst zu verzeihen. Mehr Gelassenheit tritt auch in unser Leben, wenn wir lernen, anderen und auch uns selbst zu vergeben. Das ist die Königsdisziplin der Gelassenheit. Dabei kann auch die sogenannte Metta-Mediation helfen.

Ihre Forschungen deuten darauf hin, dass die Bereiche im Gehirn, die mit Vergebung in Verbindung gebracht werden, oft tief in den emotionalen Zentren liegen, in der Region, die als limbisches System bekannt ist, und nicht in den Bereichen des Kortex, die normalerweise mit begründeten Urteilen in Verbindung gebracht werden. In einer Studie baten sie Menschen, die Fairness einer Übertretung zu beurteilen und dann zu überlegen, ob sie vergeben oder Mitgefühl mit dem Übeltäter haben sollten.

Zehn Personen bewerteten verschiedene soziale Szenarien, während die Forscher Bilder ihrer Gehirnaktivität aufzeichneten. Unabhängig davon, ob die Personen Mitgefühl zeigten oder vergaben, leuchteten ähnliche Bereiche in den Gefühlszentren des Gehirns auf. Wenn dieselben Personen jedoch über die Fairness desselben Vergehens nachdachten, waren die Gefühlszentren nicht mehr so aktiv. Um Menschen bei der Vergebung zu helfen, sollte man ihnen helfen, nicht darüber nachzudenken, wie gerecht eine Übertretung war oder wie gerecht eine Lösung sein könnte. Bringen Sie die Menschen stattdessen dazu, die Dinge aus der Perspektive der anderen Person zu sehen.

Metta-Meditation: So funktioniert es

Bei der Metta-Meditation sagst du dir im Kopf ein paar Mal eine festgelegte Satzkombination. In der ersten Phase wünschst du dir mit diesen Sätzen selbst etwas Gutes:

  • Möge es mir gut gehen.
  • Möge ich glücklich sein.
  • Möge ich gesund und frei von Sorgen sein.
  • Möge ich zufrieden und entspannt sein.

In der zweiten Phase wünschst du diese Dinge einer Person, die du sehr gerne hast wie etwas deinem Partner, deinen besten Freund:innen, deiner Mutter oder deinem Vater. Die dritte Phase ist etwas abstrakter: Hier wünschst du diese Dinge einer Person, die du nicht kennst. Damit sollen wir uns mit der Menschheit im Allgemeinen verbunden fühlen.

  • Möge es dir gut gehen.
  • Mögest du glücklich sein.
  • Mögest du gesund und frei von Sorgen sein.
  • Mögest du zufrieden und entspannt sein.

Und dann kommt die schwierigste Phase – und das Vergeben: Wünsche diese Dinge in der gleichen Abfolge der Sätze einem Menschen, auf den du sauer bist oder mit dem du eine alte Rechnung offen hast. Mit diesen Tricks kannst du mehr Gelassenheit in dein Leben lassen – und lernen, endlich richtig durchatmen.