weltverbesserer Wissen Ernährung der Zukunft: diese Food-Trends solltet ihr kennen

Ernährung der Zukunft: diese Food-Trends solltet ihr kennen

Was wir essen, ist immer auch ein Hinweis auf die Zeit, in der wir leben. Während der Corona-Pandemie haben viele Menschen das Kochen Zuhause wieder für sich entdeckt. Dabei fällt auf, dass die Anforderungen an unsere Nahrungsmittel enorm hoch sind. Frisch, einfach und lecker sollen sie sein. Dazu am besten Bio und nicht zu teuer. Gleichzeitig sollen sie gesund machen oder unsere Gesundheit erhalten. Das führt zu immer neuen Food-Trends, die uns trotz Klimawandel und Krisen aller Art satt und zufrieden machen sollen. Und wollen. Wir stellen die wichtigsten Food-Trends vor.

Die Ernährung der Zukunft soll und muss mehrere große Probleme lösen. Einer wachsenden Weltbevölkerung stehen die schwindenden landwirtschaftlich nutzbaren Flächen und begrenzten natürlichen Ressourcen gegenüber. Der Klimawandel, der durch die Ernährungsgewohnheiten vor allem der westlichen Welt doch deutlich vorangetrieben wird. Zudem soll die Versorgungssicherheit in den Industrienationen auch in Ausnahmesituationen, wie sie beispielsweise die Corona-Pandemie darstellt, weiter gewährleistet sein. Und schließlich soll die Ernährung der Zukunft helfen, jeden einzelnen gesund zu halten und Wohlstandskrankheiten wie Adipositas und Diabetes zu reduzieren.

Die Anforderungen an unsere Nahrungsmittel sind hoch und führen zur Entwicklung immer neuer Food-Trends. Manche sind nur kurzlebig, manche klingen in unseren mitteleuropäischen Ohren etwas seltsam. Und ein paar sind für uns in Deutschland vielleicht sogar nur schwer vorstellbar. Andere dagegen haben das Zeug, unsere Ernährung nachhaltig zu verändern und allen Menschen die Chance auf eine gesunde, ausreichende Ernährung zu geben. Die wichtigsten stellen wir euch hier vor.

Food-Trend: Gesunde Ernährung

„Gesunde Ernährung“ als Food-Trend mag ein wenig überraschen. Gesunde, nahrhafte Lebensmittel zu konsumieren und darauf zu achten, wo sie herkommen, ist auch kein „Trend“ im engeren Sinne. Aber es ist etwas, das zukünftig immer mehr an Bedeutung gewinnen wird. Bei der TK-Ernährungsstudie „Iss was, Deutschland“ gab fast die Hälfte der Befragten an, am wichtigsten sei, dass das Essen gesund ist. Erst an zweiter Stelle stand mit 36 Prozent der Geschmack.

Sich gesund zu ernähren, sorgt für mehr Wohlbefinden im eigenen Körper, stärkt das Immunsystem und kann Wohlstandskrankheiten wie Übergewicht und Diabetes, sowie deren Folgeerkrankungen, vorbeugen. Auf diese Weise hilft der Trend zu gesunder Nahrung nicht nur dir selbst, sondern entlastet auch das Gesundheitssystem, was letztendlich uns allen zugutekommt.

Symbolbild für Ernährung der Zukunft Kunde greift auf Markt in Kiste mit erntefrischen Tomaten
Foto: CC0 Public Domain / Unsplash – Katie Jowett

Ernährung der Zukunft: Regional, lokal und bio

Die Corona-Krise hat uns eindrucksvoll vor Augen geführt, welch lange Strecken Lebensmittel teilweise zurücklegen müssen, bevor sie auf unseren Tellern landen. Manches, das aus fernen Ländern importiert wurde, war plötzlich knapp oder gar nicht mehr verfügbar. Die Frage der Versorgungssicherheit, also ob wir in Europa ohne Lebensmittelimporte genug Nahrungsmittel für alle produzieren können, wurde auf den höchsten politischen Ebenen diskutiert.

Das leistete einem Food-Trend Vorschub, der schon länger im Kommen ist: die Nachfrage nach regionalen, saisonalen Lebensmitteln, am besten in Bioqualität. Erdbeeren im Dezember sind out, die meisten Deutschen verzichten gerne darauf und kaufen lieber, was in ihrer Umgebung gerade wächst. Das ist nicht nur gesünder für uns, sondern auch für unsere Umwelt. Biologische Landwirtschaft schützt die Böden und reduziert den Einsatz von Pestiziden und Herbiziden deutlich. Das kommt nicht nur der Umwelt, sondern am Ende auch dem Menschen zugute. Außerdem werden durch das Wegfallen langer Transportwege die CO2-Emissionen gesenkt.

Dieser Food-Trend ist also mehr als nur eine Änderung unserer Ernährungsgewohnheiten und wirkt sich nachhaltig auf viele Faktoren aus.

TK Leistung Ernährung der Zukunft Ernährungscoaching

Food-Trend: Selber machen

Der dritte Food-Trend steht in direktem Zusammenhang mit den beiden oben erwähnten: Selber machen! Zum einen kannst du bei selbst zubereiteten Speisen sicher sein, dass nur gesunde, natürliche Zutaten verwendet wurden. Zum anderen macht es der Trend zu regionalen, saisonalen Lebensmitteln notwendig, die nur kurze Zeit verfügbaren Obst- und Gemüsesorten zu konservieren. Wer sein Essen selber kocht, backt und zusammenrührt, weiß ganz genau was er isst. Und übernimmt schon beim Einkaufen Verantwortung für sich und seine Gesundheit, indem er darauf achtet, seinem Körper mit dem Essen Gutes zu tun.

Lockdown und Homeoffice haben vielen von uns mehr Zeit verschafft und damit einen regelrechten „Koch-Boom“ ausgelöst. Ob Marmeladen oder Kompott wie bei Oma, Brot backen oder sein eigenes Gemüse auf dem Balkon selbst ziehen erlebten einen enormen Aufschwung. Mit dem Selber machen gesunder Lebensmittel setzt sich auch immer mehr die Erkenntnis durch, dass Menschen, die sich ausgewogen ernähren, auf Nahrungsergänzungsmittel meist verzichten können. Wer seinen Speiseplan entsprechend gestaltet und auf Fast Food und Co verzichtet, braucht keine (vermeintlichen) Defizite auszugleichen.

Lies dazu auch: Gesünder leben: Diese acht Dinge können wir von anderen Ländern lernen

Symbolbild Ernährung der Zukunft getrocknete Insekten in gelber Schale und Säcken zum Verkauf
Foto: CC0 Public Domain / Unsplash – Analuisa Gamboa

Ernährung der Zukunft: Proteinquelle Insekten

Unser nächster Food-Trend mag für deutsche Ohren, Augen und Mägen erst einmal ein wenig gewöhnungsbedürftig klingen, doch in Asien und Afrika ist es weit verbreitet: Insekten. Die kleinen Krabbeltierchen sind sehr proteinreich und auch für Menschen geeignet, die an Laktose- oder Fructoseintoleranz leiden.

Darüber hinaus sind Insekten deutlich einfacher zu züchten als Rinder oder Schweine und könnten so einen Beitrag dazu leisten, die Weltbevölkerung ausreichend mit proteinhaltigen Nahrungsmitteln zu versorgen. Allerdings solltest du auch bei dem Kauf von Insekten zum Verzehr darauf achten, dass sie unter entsprechenden hygienischen Bedingungen gezüchtet, gehalten und zubereitet wurden. Dann kannst du die Mehrbeiner auch ohne schlechtes Gewissen probieren und wirst feststellen, dass sie gar nicht so schlecht schmecken.

Food-Trend: Fleisch aus dem Labor

Nach dem Grund für eine vegetarische oder vegane Ernährung befragt, nennen viel an erster Stelle die Vermeidung von Tierleid. Laborfleisch, also Fleisch, das in der Petrischale aus Stammzellen gezüchtet wird, könnte die Lösung für alle sein, die gerne Steak essen, dafür aber keine Kuh töten wollen.

Dazu kommen weitere Vorteile für die individuelle Gesundheit. Wie etwa der Wegfall von Antibiotika und Wachstumshormonen im Fleisch, wie sie in der konventionellen Massentierhaltung eingesetzt werden. Aber auch die Umwelt profitiert vom künstlich hergestellten Ersatzfleisch, da die Tierzuchtindustrie einer der größten Treiber des CO2-Ausstoßes ist. Drittens könnte Laborfleisch auch dazu beitragen, die Versorgungssicherheit zu erhöhen und den Hunger in der Welt zu bekämpfen: indem Anbauflächen, die derzeit für Tierfutter reserviert sind, für den menschlichen Bedarf genutzt werden.

Einen Haken halt Laborfleisch allerdings noch: die Entwicklung der Produkte steht noch relativ am Anfang. Wir werden also noch ein paar Jahre Geduld haben müssen, bis wir Fleisch aus der Petrischale auf den Grill legen können.

Ernährung der Zukunft Cronut - eine Kombination auf Donout und Croissant mit Schokoglasur und Nüssen
Foto: CC0 Public Domain / Unsplash – Marcus Wallis

Ernährung der Zukunft: Hybrid Foods

Dieser Food-Trend ist speziell für alle experimentierfreudigen Genießer gedacht. Hybrid Foods verbinden Komponenten aus zwei Welten und schaffen so völlig neue Geschmackserlebnisse. Bekanntestes Beispiel sind vielleicht die „Zoodeln“. Dafür werden Zucchini längs in ganz feine Streifen geschnitten und dann wie Nudeln verarbeitet.

Den Anfang nahm dieser Foodtrend in New York (wo sonst?). Dort erfand ein Bäcker die Kombination aus einem Croissant und einem Donut und taufte das Ganze „Cronut“. Es folgten Brookies, Bruffin, Cragel oder der Ramen-Burger, bei dem das Brötchen durch Ramen-Nudeln ersetzt wird.

Den Kombinationsmöglichkeiten sind dabei keine Grenzen gesetzt: verschiedene Sorten von Gemüse und Gebäck, Nudeln oder Käse, alles kann „zweckentfremdet“ und neu zusammengestellt werden. Beliebt sind Zusammenstellungen aus Obst und Käse, wie Parmesan und Erdbeeren oder Ananas und Blauschimmelkäse. Mutigere verbinden auch einmal süß und herzhaft, etwa Berliner und Tacos oder Schweineohren mit Falafel.

Food-Trend: Snackification

Unser moderner Lebensstil hat nicht nur verändert, was wir essen, sondern auch, wie wir essen. Schon seit mehreren Jahren ist zu beobachten, dass die klassischen Hauptmahlzeiten an Bedeutung verlieren. Statt Frühstück, Mittagessen und Abendessen essen wir häufiger kleinere Portionen, oft mobil und zwischendurch. Ein Food-Trend, der „Snackification“ genannt wird.

Öfter eine Kleinigkeit, statt drei großer Mahlzeiten zu essen, ist gesünder für unseren Körper, da der Stoffwechsel nicht so stark belastet wird. Zudem lassen sich auf diese Weise die, von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen, fünf Portionen Obst und Gemüse täglich, leichter in unseren Speiseplan integrieren. Kleine Snacks statt großer Mahlzeiten sind also nicht nur gesünder, sondern entsprechen auch dem modernen Lebensstil. Wichtig ist darauf zu achten, dass die Snacks kein Fast Food sind, sondern auch hier eine gesunde Ernährung gesichert ist.

Ernährung der Zukunft: Anders als gewohnt

Die Ernährung der Zukunft wird wohl doch deutlich anders aussehen, als wir es bisher gewohnt sind. „Das bedeutet aber keineswegs, dass wir auf etwas verzichten müssen, ganz im Gegenteil. Unser Speiseplan wird zukünftig noch bunter und abwechslungsreicher, weil neue Lebensmittel entwickelt oder aus anderen Kulturkreisen übernommen werden“, so Alexandra Krotz Ernährungswissenschaftlerin der TK. Zugleich wird aber auch altes wiederbelebt. Dabei stehen vor allem selber kochen mit regionalen, saisonalen Produkten oder alte Techniken zum Haltbarmachen von Lebensmitteln im Fokus. Mit Gerichten aus fernen Ländern kann man zudem problemlos von Zuhause aus, einen Blick über den Tellerrand werfen und so ganz neue, gesunde Geschmackshorizonte entdecken. Auf diese Weise können wir dafür sorgen, dass alle genug zu essen haben – und profitieren selbst von einer gesunden, abwechslungsreichen Kost.

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