weltverbesserer Leben Diese Dinge trösten uns jetzt

Diese Dinge trösten uns jetzt

Foto: Antonio Guillem / istock.com

Manchmal ist einfach alles blöd. Es gibt Tage, die es uns richtig schwer machen, auch das Gute in allem zu sehen. Vor allem seit Beginn der Corona-Krise macht sich bei vielen ab und zu die schlechte Laune breit: Wir haben acht Dinge zusammengestellt, die dich an trüben Tagen trösten können.

Ob mit oder ohne Pandemie, manchmal wachen wir auf und fühlen uns schon von Beginn an einsam oder gelangweilt, unmotiviert oder traurig. Genau dann tun Dinge, die uns trösten richtig gut. Ein frisch gebrühter Kaffee, ein nettes Wort von der Verkäuferin beim Bäcker um die Ecke oder ein Lächeln vom Postboten. Es sind meist Kleinigkeiten die dazu beitragen, dass wir uns besser fühlen. Wir finden, jeder kann ab und zu eine Prise Trost vertragen und zeigen euch acht Ideen, wie das gelingen kann.

Achtsamkeit und Entspannung

Manchmal kann es tröstlich sein, innerlich einen Schritt zurückzutreten und unser Leben mit etwas Abstand zu betrachten. Statt uns kopfüber in das Gewusel der Gefühle zu stürzen, hilft eine nüchterne Betrachtung des Status Quo. Dabei kann uns Achtsamkeit enorm helfen. Bei dieser Technik fokussierst du deine Aufmerksamkeit für einen Moment ganz auf das Hier uns Jetzt – und hörst auf über die Zukunft zu grübeln oder dich über die Vergangenheit zu ärgern. Die Techniker Krankenkasse bietet dazu spezielle Online-Kurse an.

Vergeben und Verzeihen

Wir alle machen manchmal Fehler. Wenn wir uns einen kleinen Schnitzer geleistet haben oder auch wenn wir einen riesigen Fehler gemacht haben, kann uns vor allem eines tröstet: Das uns die Menschen verzeihen, die von unserem Fehler betroffen sind.

Doch nicht nur hier spendet Vergebung Trost: Wenn wir anderen vergeben, hat das einen positiven Effekt auf uns. Um dem Phänomen des vergebens auf den Grund zu gehen, haben sich Wissenschaftler:innen 128 verschiedene Studien zu diesem Thema angesehen. Dabei zeigte sich, dass Menschen, die anderen verzeihen können, glücklicher waren.

Doch noch etwas anderes kam dabei heraus: Wer verzeihen kann, ist gesünder. Es zeigte sich, dass Vergeben und verzeihen vor allem dem Herzen guttut. Und das gleich in zweierlei Hinsicht, gesundheitlich und mental (Quelle: Psychology & Health).

Selbstwert und Selbstbewusstsein

Richtig gelesen: Du darfst dich selbst netter behandeln. Der Philosoph Wilhelm Schmid hat sogar ein ganzes Buch darüber geschrieben, wie wir uns mit uns selbst anfreunden können. Viel zu häufig neigen wir dazu, mit uns selbst sehr viel kritischer zu sein, als mit anderen Menschen. Sag dir ab und zu mal etwas Nettes, mach dir selber kleine Geschenke, oder lass dir mal das letzte Stück Schokolade übrig – denn wenn du dir selbst gegenüber wertschätzend handelst, ist das ein Trost, der unbezahlbar ist und das Selbstbewusstsein gleichzeitig ungemein stärkt. Sei es dir selbst wert.

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Stille und Schweigen

Wir sind Stille kaum noch gewöhnt. Deshalb schrieb der amerikanische Komponist John Cage 1960 ein Stück namens Tacet: Dazu setzte sich der Pianist an den Flügel – und man hörte nichts. 4 Minuten Stille.

Wer sich dafür ein Ticket gekauft hatte, wird sich vielleicht ordentlich geärgert haben. Aber John Cage wollte seinen Mitmenschen eine vergessene Kunst vor Augen führen: Er wollte, dass wir lernen, der Stille wieder zuzuhören. Unsere Welt ist über die Jahre immer lauter und immer medialer geworden. Doch was ist mit der Stille? Die schweigt beharrlich. Dabei scheinen unsere Gedanken gerade in stillen Momenten Amok zu laufen – und wir betäuben sie dann direkt nur zu gerne mit Musik, Podcasts oder Videos.

Lass dich ab und zu auf die Stille ein – und lausche deinen eigenen Gedanken. Vielleicht reichen dir für einen sanften Einstieg in die Stille ja 4 Minuten Tacet.

Foto: CC0 Public Domain / Unsplash – Raychan

Lob und Wertschätzung

„Das hast du toll gemacht!“ Hört man gerne, oder? Von anderen gelobt zu werden kann uns die Laune an einem miesen Tag retten. Doch auch wenn wir selbst jemandem Lob und Wertschätzung entgegenbringen, kann das unsere Laune heben: Wenn wir dem Servicemitarbeiter zum Beispiel einfach mal sagen wie toll er:sie uns weitergeholfen hat, dann macht uns das glücklich und ihn:sie auch.

Eine Studie zeigte zudem, dass Menschen besser lernen, wenn sie gelobt werden. Ein ernstgemeintes Lob war dabei so wirksam wie Geld als Belohnung. Wenn dich beispielsweise die Kontaktbeschränkungen runterziehen, kann dich die Wertschätzung für deine Freunde aufmuntern. Sicher hast du Freund:innen, bei denen du deine Sorgen manchmal abladen darfst. Hier freuen sich eure Freunde garantiert über ein ernst gemeintes „Dankeschön!“– denn wer wird nicht gerne gelobt? Auch wenn du das Talent eines anderen Menschen bewunderst oder etwas an ihm:ihr besonders magst, lass es sie wissen. Für alle ist ein Lob Balsam für die Seele und wer weiß, vielleicht verwandelst du damit einen miesen Tag für jemanden in einen richtig guten.

Kontakt und Aufmerksamkeit

Zu merken, dass wir mit unseren Gefühlen nicht alleine sind, kann uns enorm trösten. Denn dann fühlen wir uns weniger allein. Der einfachste Weg dorthin führt über die eigene Offenheit: Erzähle deinen Freund:innen von deinen Sorgen und davon, was dich momentan beschäftigt. Meist kennen andere das Gefühl – und können durch ihre eigenen Erfahrungen Trost spenden.

Das geht offenbar auch digital: Denn 32 Prozent der für eine Studie Befragten sagten, dass sie lieber über Textnachrichten kommunizieren, als anzurufen. Und 51 Prozent der befragten Teenager würden mit ihren Freunden sogar lieber digital etwas machen als in der Offline-Welt.

Wenn wir einen lieben Menschen anrufen, hilft das sogar noch mehr: Wenn wir die Stimme unserer Freund:innen hören, senkt das den Spiegel an Stresshormonen im Blut. Zudem schüttet unser Gehirn das sogenannte Kuschelhormon Oxytocin aus, das uns ein gutes Gefühl gibt. Statt zum Smartphone zu greifen und zu chatten kann zu telefonieren ganz Old School unsere Laune retten.

Foto: CC0 Public Domain / Unsplash – Kelly Sikkema

Probleme und Lösungen

Weißt du, wer die Stoiker sind? Falls nicht, kein Problem. Ihre Ideen wabern seit über 2000 Jahren durch die Köpfe der Gelehrten, denn ihre Philosophie hat das Potenzial, uns auch heute noch in schweren Phasen zu trösten. Sie erklären uns, wie wir unsere Gefühle sortieren und uns mit der Welt versöhnen.

Philosophie kann uns helfen, uns und unser Denken besser zu verstehen. Zudem hilft uns die Philosophie dabei unser Leben etwas sachlicher zu betrachten. Ein nüchterner Blick kann beim Lösen von Problem überaus hilfreich sein. Ein echter Stoiker kann sich selber trösten – egal wie turbulent das Jahr auch ist.

Zuhören und Dasein

Wenn wir jemandem in einer schweren Zeit beistehen wollen, haben wir manchmal das Gefühl, dass uns die richtigen Worte fehlen. Denn kein Wort der Welt kann Trauer oder Schmerz verschwinden lassen. Was dagegen fast immer hilft: Da sein. Und dazu gehört auch, das Leid des anderen manchmal einfach nur auszuhalten, zu schweigen und nicht auf Floskeln oder Beschwichtigungen zurückzugreifen. So lernen auch Seelsorger, dass miteinander zu schweigen manchmal heilsamer sein kann, als nach den passenden Worten zu suchen.

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