Containerwerk

Wohnen 2.0: Recyceln, Aufwerten, Einziehen

Aus alten Containern werden neue Räume

Zeitgemäßes und nachhaltiges Wohnen ist eine der Herausforderungen der heutigen Zeit. Vor allem in Großstädten. Denn wo Wohnraumknappheit herrscht, sind kreative Konzepte gefragt. Das Containerwerk aus Stuttgart hat 2017 ein ganz besonderes Projekt entwickelt. Sie nutzen gebrauchte Seecontainer, die in der Wirtschaft nicht mehr genutzt werden können. Statt sie einfach verrotten oder verschrotten zu lassen, veredelt das Unternehmen die Stahlriesen, um daraus sinnvoll nutzbare Bau- und Raummodule zu schaffen.

Aus alt wird neu: Vom Stahlraum zum Designraum

Die Container kommen aus aller Welt und werden in Deutschland in einem mehrstufigen Prozess umgebaut. Gerade einmal zwei Stunden dauert der Umbau vom vermeintlichen Industriemüll zu einem neuen Zuhause. Und das nachhaltig und ressourcenschonend. Die Container sind mobil und überall einsetzbar. Das flexible Raumkonzept sorgt dafür, dass die Container problemlos mitwachsen und jederzeit erweitert werden können. So entstehen aus alten, leeren Hüllen neue Co-Living Spaces, Studentenwohnungen, Hotels, Büros oder Co-Working-Räume.

 

Containerwerk Gründer
Sie machten aus einer Idee ein nachhaltig agierendes Container-Unternehmen: Michael Haiser & Ivan Mallinowski. (@Containerwerk)

Die Idee, aus Seecontainern Wohnraum zu schaffen, gab es schon lange. Die wirklich zündende Idee kam Ivan Mallinowski bei einem Projekt mit dem Fraunhofer-Institut. Die Aufgabe, einen Container in ein „Hotelzimmer der Zukunft“ zu verwandeln, war damals eine echte Herausforderung. Aber: Er schaffte es – ein Aha-Erlebnis. Und der Grundstein für ein neues Unternehmen. Es folgten Umsetzungsideen, Skizzen, Baupläne, Gespräche. Die langjährige Erfahrung im Bereich Spezialanfertigungen und Sonderbau half den Gründern dabei, die notwendigen Patente zu entwickeln und passende Baumaterialien für eine neuartige Dämmung zu finden. Alle Materialien, die heute für den Innenausbau verwendet werden, können vollständig voneinander getrennt und zu 100% recycelt werden. Zudem setzt das Containerwerk auf eine energiesparende Bauweise, um die Umwelt zu schonen.

 

Containerwerk Außenansicht
Alles andere als Industriemüll: Die gebrauchten Container werden hochwertig ausgebaut, mit Fenstern versehen und zu ansehnlichen Wohnprojekten zusammengefügt. (@Containerwerk)

Der schwerste Part der Arbeit ist jedoch nicht der Umbau, sondern der Kraftakt, die Menschen von der Idee zu überzeugen. „Ist das denn schön? Fühlt man sich denn in einem Container wohl?“ Die Skepsis gegenüber derartigen Wohnprojekten kennen die Gründer nur zu gut. Auch wenn pro Jahr mehrere tausend Container produziert werden könnten, heißt das Motto des Containerwerks „Klasse statt Masse“.

Wertigkeit und Qualität sorgen für ein gutes Wohnklima

Denn die Qualität der aufgewerteten Container ist genauso wichtig wie die Wertigkeit der Materialien. So kann das Containerwerk etwas Gutes für die Umwelt tun – und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Menschen, die die Bauprojekte beauftragen, sich jederzeit in den Containern wohlfühlen und gerne dort leben, arbeiten und wohnen.

 

Containerwerk Innenansicht
Ob als Studentenwohnung, Co-Working Space oder Büro: Bei den inneren Werten setzt das Unternehmen auf Qualität und Nachhaltigkeit. (@Containerwerk)

An Ideen für die Zukunft mangelt es dabei nicht. In ganz Deutschland entstehen Wohn- und Arbeitsraumprojekte für Studenten, Startups, Jugendliche und Firmen. Eines der Pilotprojekte, an dem die Container-Architekten derzeit arbeiten, ist die Kooperation mit einem Schokoladenhersteller. Dieser möchte alte Kakaosorten in Costa Rica wieder aufleben lassen und braucht dafür vor Ort eine Basis mit Büroräumen und einem kleinen Labor. Das Problem: Im Dschungel, abseits der Zivilisation, gibt es kein Wasser und keinen Strom. Die Lösung: eine Containerstation mit Trinkwasseraufbereitung und einer Solaranlage auf dem Dach. Diese neuartige Insellösung kann überall auf der Welt eingesetzt werden. Selbst in den entlegensten Gebieten.

Wir sagen: Weiter so! Damit Wohnraumknappheit verhindert und Container-Industriemüll sinnvoll wiederverwertet werden kann.

 



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