So schmutzig ist saubere Wäsche

Wie Du ökologisch sauber wäschst

Ob fruchtig, blumig oder frühlingsfrisch – saubere Wäsche ist nicht nur hygienisch, sondern gehört auch zu den kleinen Freuden des Alltags. Entsprechend groß ist die Auswahl im Supermarkt, wo schier endlose Waschmittel angeboten werden, die eine Rundum-Wohlfühl-Wäsche versprechen. Dass das Waschen von Wäsche auch eine schmutzige Seite hat, gerät häufig in den Hintergrund. Fakt ist nämlich: Waschen mit einer ökologisch "weißen Weste" gibt es nicht! Wir verraten Dir, wie Du Deine Kleidung möglichst umweltschonend reinigen und dabei sogar noch etwas Geld sparen kannst.

Die schmutzige Seite von Waschmitteln

Jedes konventionelle Waschmittel besitzt Inhaltsstoffe, die der Umwelt schaden. Hierzu gehören zum Beispiel Duftstoffe, Tenside und Silikone, die über das Abwasser in die Umwelt gelangen und dort nur schwer abgebaut werden können. Wer wäscht, muss eine gewisse Umweltbelastung leider in Kauf nehmen. Das Umweltbundesamt (UBA) schätzt den jährlichen Verbrauch von Waschmitteln in Deutschland übrigens auf 630.000 Tonnen. Das sind rund acht Kilogramm Waschmittel pro Kopf.

Die Wahl des Waschmittels macht den Unterschied

Zuerst die schlechte Nachricht: Es gibt kein umweltfreundliches Waschmittel, das ein vergleichbares Ergebnis gegenüber den handelsüblichen Produkten erzielt. Es gibt aber Waschmitteltypen, die die Umwelt weniger belasten als andere. Der Griff zum richtigen Produkt macht also schon einen großen Unterschied. In der Regel unterscheidet man zwischen dem Baukastensystem, den kompakten Voll- und Colorwaschmitteln sowie dem herkömmlichen Waschmittel, das häufig in XXL-Packungen angeboten wird.

Als besonders umweltschonend gilt das Baukastensystem, bei dem die einzelnen Komponenten (Waschmittel, Enthärter, Bleiche) je nach Verschmutzungsgrad und Wasserhärte dosiert werden. So kommen nur die Mittel zum Einsatz, die auch wirklich gebraucht werden. Auf dem zweiten Platz landen die kompakten Waschmittel. Im Vergleich zum herkömmlichen Waschmittel enthalten die kompakten Produkte weniger Natriumsulfat. Dieser Füllstoff ist ein Salz, das nicht von Kläranlagen gefiltert werden kann, sodass herkömmliche Waschmittel auf dem dritten Platz als besonders umweltschädlich eingestuft werden. Pulverförmiges Waschmittel enthält übrigens weniger Chemikalien als flüssige Produkte und ist somit von den beiden die bessere Wahl. Aus diesem Grund sind auch moderne Pods oder Caps weniger nachhaltig als das kompakte Waschpulver.

Die besonders ökologischen Waschnüsse belasten die Umwelt übrigens nicht mit Chemikalien. Da sie aber keine vergleichbare Waschleistung erreichen, gelten sie nicht als gleichwertige Alternative zum Waschmittel. Außerdem besteht hier die Gefahr, dass die Kleidung auf Dauer vergraut.

Der richtige Waschgang schont Umwelt und Geldbeutel 

Nachdem das herkömmliche Waschmittel aus den eigenen vier Wänden verbannt wurde, muss das richtige Programm ausgewählt werden. In der Regel reicht die Nutzung des 30-°C-Waschgangs aus, um leicht und normal verschmutzte Kleidung zu reinigen. Besonders empfehlenswert ist der Eco-Gang von modernen Maschinen, der zwar länger dauert, aber mit halb soviel Energie ein ähnliches Ergebnis erreicht. So kannst Du beim Waschen Geld sparen und die Umwelt schonen! Einmal im Monat sollte jedoch auch mit 60 °C gewaschen werden, um Keimen in der Maschine vorzubeugen.

Was Du außerdem für ökologisch saubere Wäsche tun kannst

Es gibt viele weitere Tipps und Tricks, mit denen Du die Umweltbelastung durch das Wäschewaschen reduzieren kannst. Eine Sofortmaßnahme wäre der Verzicht auf Vorwäsche, Weichspüler und Waschperlen. Diese Maßnahmen sind nicht notwendig, um Deine Kleidung zu reinigen. Die korrekte Beladung der Waschmaschine ist ein weiterer Stellhebel, denn mit zu wenig Wäsche in der Maschine verbrauchst Du unnötig viel Wasser und Strom. Das gilt auch für moderne Maschinen mit Beladungsautomatik, denn auch hier ist der Verbrauch mit wenig Wäsche höher als bei richtiger Befüllung. Als Faustregel gilt: Bei optimaler Befüllung ist zwischen Wäsche und Trommel noch eine Handbreit Platz. Frage Dich außerdem, ob Deine Waschgewohnheiten sinnvoll sind. Muss die Wäsche wirklich schon wieder gewaschen werden? Oft reicht einfaches Lüften und schon ist ein getragenes Kleidungsstück wieder frisch. Und zu guter Letzt: Verzichte auf einen separaten Wäschetrockner. Der einfache Wäscheständer tut’s auch und schont nicht nur die Wäsche, sondern auch den Geldbeutel.
 



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