Sharing is caring

Weil Wegwerfen keine Lösung ist

Dein Kleiderschrank ist voll und Du möchtest endlich Platz schaffen? Gute Idee, denn weniger ist mehr. Stellt sich nur die Frage: Wohin mit den alten Lieblingsteilen oder den Stücken, die im Laden noch toll aussahen, die Du aber selten oder sogar nie getragen hast? Oder mit dem Fußball, der nach zwei Tagen Kicken verlassen im Garten liegt? Sind wir mal ehrlich: Wir alle haben unzählige Kisten und Kartons voll mit Sachen für den Flohmarkt. Genau. Der, zu dem wir nie gehen, es aber immer vorhaben. Tja, wohin mit den ganzen Sachen? In den Müll? Bitte nicht. Das ist keine gute Idee.

Pro Jahr fallen etwa zwölf Kilogramm Altkleidung pro Person an. Stell Dir mal vor, wie viel Müll entstehen würde, wenn alle Menschen ungetragene Klamotten einfach wegschmeißen würden? Viele weggeworfene Kleidungsstücke sind zudem noch so gut erhalten, dass man sie eigentlich noch tragen könnte. Die bessere Lösung: spenden! Damit andere Menschen, die bedürftig oder in einer Notlage sind, sich über guterhaltene Wäsche, Schuhe, Möbel, Bücher oder Spielzeug freuen können. Wir verraten Dir, wo Du Deine Spenden abgeben kannst.

Deutsches Rotes Kreuz
Der Weg zum Altkleidercontainer um die Ecke ist oft der einfachste, aber nicht immer der hilfreichste. Denn die Tüten, die dort eingeschmissen werden, müssen an eine zentrale Stelle in Deutschland per LKW transportiert und dort per Hand sortiert werden. Eine aufwendige Arbeit, die die Mitarbeiter viel Zeit kostet – und zudem für lange Transportwege sorgt. Gib Deine Kleidung lieber direkt bei den Kleiderkammern ab. Die Mitarbeiter vor Ort können Dir gleich sagen, was sie gebrauchen können. Auf der Webseite vom Deutschen Roten Kreuz findest Du die Adressen von allen Kleiderkammern. Eine ist sicher auch in Deiner Nähe.

Regionale Hilfsverbände
Einer der bekanntesten Vereine für Spenden ist Hanseatic Help aus Hamburg. Das ehrenamtliche Team versorgt bedürftige Personen und verteilt Spenden an viele gemeinnützige Träger und Organisationen. Die Spenden gehen an Geflüchtete, Obdachlose, Frauenhäuser oder Kinderheime in ganz Deutschland. Allein in Hamburg unterstützt Hanseatic Help über 150 Einrichtungen mit kostenloser Kleidung und Artikeln des täglichen Bedarfs. Zusätzlich werden Hilfsgüter in Krisenregionen wie Syrien, Irak, Griechenland, Sizilien oder Haiti geliefert. Und auch Du kannst helfen, indem Du Sachen spendest – ob Geld oder Zeit bleibt Dir überlassen. Tatkräftige Helfer werden vor Ort immer gebraucht.

Im Internet gibt es zudem viele Adressen für lokale, regionale oder überregionale Verbände wie z. B. Oxfam, Kampagnen wie die „Aktion Deutschland Hilft“ oder Kinderhilfsprojekte wie die Arche. Aber Achtung! Informiere Dich gut, was genau gebraucht wird, wie die Spenden verteilt werden und wer hinter dem Projekt steht. Denn leider gibt es selbst unter vermeintlich „sozialen“ Anbietern schwarze Schafe, die die (Kleider-)Spenden nicht für Bedürftige, sondern für wirtschaftliche Zwecke nutzen.

Das Portal „Wohin damit?“
Über die Webseite „Wohin damit?“ findest Du soziale Einrichtungen in Deiner Stadt, die sich über Spenden freuen. Gelistet wird alles von Bahnhofsmissionen, Flüchtlingsvereinen, Kinderhilfswerken, der Arbeiterwohlfahrt und der Diakonie bis hin zu kleinen Vereinen. Das Gute: Du kannst nicht nur Kleidung spenden, sondern auch Möbel, Spielzeug, Bücher, Elektronik, Hausrat und vieles mehr.

Tauschen
Was Du nicht mehr haben möchtest, könnte für jemanden anderes das neue Lieblingsstück werden. Die Lösung für neue, kostenlose Dinge: tauschen! Zuerst kannst Du bei Nachbarn fragen, wer etwas gebrauchen kann. Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Tauschboxen, eine Art kleine Häuschen, in denen Du öffentlich zugänglich alte Dinge ablegen kannst und die die Menschen aus dem Viertel einfach kostenlos mitnehmen können. Eine weitere Idee ist der von Greenpeace ins Leben gerufene Kleidertausch. Hier findest Du Tipps und Checklisten für Deine eigene Kleidertauschparty. In der zugehörigen Facebookgruppe tummeln sich alle Anhänger der „pre-loved Fashion“, von denen bestimmt auch jemand aus Deiner Region kommt. Vielleicht findest Du hier Gleichgesinnte, die gerne mit Dir gemeinsam ein Event organisieren.

Reparieren
Die erste Frage ist immer: Brauche ich das noch? Die zweite sollte sein: Möchte ich es nur wegwerfen, weil es kaputt ist? Wenn die Antwort „Ja“ lautet, dann ist die Seite Repair Café die beste Anlaufstelle. Hier findest Du weltweit Cafés, in denen Du Dinge selber reparieren kannst. Egal, ob defekte Toaster, das kaputte Fahrrad oder die abgebrochene Schuhsohle: Werkzeug und Material für alle möglichen Reparaturen sind immer vor Ort vorhanden. Und keine Angst: Du musst das nicht alleine können. Denn fachkundige, ehrenamtliche Helfer unterstützen Dich und zeigen Dir, wie’s geht.

Upcycling
Du magst Deine Sachen nicht alle weggeben? Dann versuche es doch einmal mit Upcycling. Sollte etwas kaputt sein, kannst Du versuchen, etwas Neues daraus zu machen. Aus den Stoffen von alter Kleidung oder Bettzeug kannst Du tolle, neue Dinge für Deinen Kleiderschrank oder Dein Zuhause machen. Ein paar inspirierende Beispiele findest Du z. B. bei Handmade Kultur.

 



Teilen