Gemüse nachziehen

Regrow your greens!

Nachpflanzen statt neu kaufen

In den Müll? Von wegen! Deine Gemüsereste bekommen ab jetzt eine neue, wertvolle Aufgabe: nachwachsen! Aus deinen biologischen Küchenabfällen kannst Du nämlich spielend leicht neue Pflanzen und leckeres Gemüse züchten. So sparst Du nicht nur Geld, sondern tust auch aktiv etwas gegen Lebensmittelverschwendung. Das Beste: Du brauchst dafür nicht einmal einen Garten oder ein großes Beet. Ein sonniges Plätzchen in Deiner Wohnung oder auf Deinem Balkon, Wasser, kleine Töpfe und Gläser sowie ein paar Hände voll Erde reichen völlig aus. Neugierig? Wir zeigen Dir, welche Sorten am besten geeignet sind und wie es funktioniert. Auf geht’s!

1. Kartoffeln & Süßkartoffeln
Wenn Kartoffeln zu lange im Dunkeln liegen, entwickeln sie gerne kleine „Augen“, also Stellen, aus denen Triebe wachsen. Achtung: nicht wegwerfen! Genau diese brauchen wir. Nimm eine Kartoffel und zerschneide sie in zwei Hälften. Am besten so, dass jede Seite mindestens ein „Auge“ hat. Lege die Hälften mit der Schnittfläche auf ein Küchentuch und lass sie zwei Tage lang gut trocken. Warum? Wenn die Kartoffel zu feucht ist, ist die Gefahr höher, dass sie nachher zu faulen anfängt. Nun kannst Du die Kartoffelhälften in einen Topf oder Behälter mit leicht feuchter Erde setzen, sodass die Schnittkante nach unten zeigt. Ab jetzt heißt es: warten! Halte Deine kleinen Zöglinge immer gut feucht, aber nicht zu nass, damit sie nicht schimmeln. Das Ganze funktioniert übrigens auch mit Süßkartoffeln, allerdings musst Du dafür etwas mehr Geduld mitbringen. Die sweete Variante unserer heimischen Kartoffel braucht mindestens vier Monate, bis sie erntereif ist.  

 

Gemüse anbauen leicht gemacht
Erst säen, dann ernten: Mit ein bisschen Geduld, den passenden Gemüseresten und der richtigen Erde kannst Du in wenigen Wochen Dein eigenes Gemüse essen. (@Unsplash/Neslihan Gunaydin)

TIPP: DIE RICHTIGE ERDE
Einfache Universal- oder Blumenerde aus dem Baumarkt reicht völlig aus. Sie ist nicht giftig und gut für das Nachziehen von Gemüse geeignet. Du kannst aber auch spezielle Gemüseerde kaufen oder Erde aus dem Garten mit etwas Kompost vermischen, damit die Erde schön nährstoffreich ist. So wächst Dein Gemüse besser!

2. Salat
Das untere Ende des Salatkopfes trennst Du immer ab? Super, das brauchen wir jetzt. Schneide die unteren fünf Zentimeter des Salates ab und setze sie in ein Glas mit Wasser. Wichtig: Das Wasser sollte nur in etwa die unteren ein bis zwei Zentimeter des Salatstamms bedecken (also bitte nicht den kompletten Stamm „ertränken“). In den kommenden fünf bis sieben Tagen regelmäßig das Wasser austauschen bzw. auffüllen. Danach ist der kleine Salatnachwuchs bereit, in Erde umgetopft zu werden und dort weiter zu wachsen.

3. Zwiebeln
Richtig gehört: Zwiebeln kannst Du nicht nur im Garten züchten, sondern auch drinnen. Wie? Schneide einfach das feste Wurzelende der Zwiebel ab (circa drei Zentimeter), stecke es in einen Topf mit Erde und bedecke alles gut. Im Gegensatz zur Kartoffel sollte hier die glatte Schnittkante nach oben zeigen. Jetzt kannst Du alles an einen sonnigen Platz stellen, den Boden gut feucht halten und schon bald wächst eine neue Zwiebelpflanze nach.  

 

 

Gemüsezwiebeln selber ziehen
Und jetzt alle krääääftig wachsen: Das Ziehen der ersten Wurzeln klappt am besten in kleinen Wasserbehältern. (@Unsplash/Xiao Jinshi)

4. Knoblauch
Vampire aufgepasst, hier kommt der Knoblauchnachwuchs! Pflanze einfach eine Knolle mit der spitzen Seite nach unten in einen Topf mit Erde und stelle ihn an einen hellen, warmen Ort in Deiner Wohnung. Regelmäßig gießen nicht vergessen. Wenn die ersten Sprösslinge circa zehn Zentimeter lang sind, kannst Du sie bereits ernten. Die Sprossen sind dabei wesentlich milder als die „normalen“ Knoblauchzehen.

TIPP: AUS GEMÜSE PFLANZEN ZIEHEN
Aus Karotte und Fenchel kannst Du leider kein neues Gemüse ziehen, aber immerhin deren „Grün“. Es dauert nur leider eine ganze Weile. Keine Sorge: Deine Geduld wird belohnt! Die Pflanzen, die aus dem Möhrenstumpf und dem Fenchel wachsen, kannst Du super für Suppen oder Salate nutzen.

 

5. Frühlingszwiebeln & Zitronengras
So schnell und ohne Umtopfen: Schneide zwei bis drei Zentimeter des unteren Endes der Frühlingszwiebel ab und lege es in einen Behälter mit Wasser. Achte darauf, dass Du das Wasser regelmäßig erneuerst, damit der Wurzelrest frisch bleibt. Ist der Platz sonnig genug, wachsen die Triebe recht schnell und Du hast bereits nach einer Woche die ersten essbaren Teile einer neuen Frühlingszwiebel. Ein Tipp: Zitronengras kannst Du auf diese Art und Weise genauso gut nachziehen.

6. Sellerie
Um Stangensellerie selber nachwachsen zu lassen, benötigst Du den unteren Selleriestrunk, der sonst üblicherweise im Müll landet, weil er etwas bitter schmeckt. Lege ihn in eine flache Schale mit Wasser. Die Füllhöhe solltest Du so wählen, dass der Strunk leicht bedeckt ist. Nach fünf bis sieben Tage wachsen erste neue Blätter. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um den Sellerie in einen mit Erde gefüllten Behälter oder Kasten umzutopfen. Wichtig: Die Blätter müssen dabei etwas aus der Erde herausgucken. Wenn Du das Gemüse gut pflegst, es genügend Sonne bekommt und Du es regelmäßig gießt, kannst Du nach wenigen Wochen Deinen eigenen Sellerie genießen. Guten Appetit!


TIPP: OBST UND KRÄUTER
Wenn Du auf den Geschmack gekommen bist, kannst Du Dich an das nächste Level trauen: Kräuter und Obst. Bei den Kräutern reicht oft ein Teil des Stängels (ohne Blätter); beim Obst sind die Samen der Teil, den Du zum Nachziehen brauchst. Hier dürfte die Wohnung aber dann doch irgendwann zu klein werden, wenn aus der Pflanze ein richtiges Bäumchen wachsen soll. :)

 

Gemüse neu anpflanzen
Selber Gemüse anzupflanzen spart nicht nur Geld, sondern schont auch die Umwelt. Und es macht glücklich, die eigene "Arbeit" in den Händen zu halten. (@Unsplash/Daniel Hjalmarsson)


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