Nachhaltig durch die Weihnachtszeit: 12 Tipps für umweltfreundliche Festtage

Konsumwahn, Völlerei, Geschenkpapierschlachten: Zur Weihnachtszeit wird im Überfluss genossen und konsumiert. Wir haben uns die Frage gestellt, ob das wirklich sein muss und ob uns tatsächlich etwas fehlen würde, wenn die Festtage weniger üppig ausfallen, die Geschenke bewusster gewählt und der Baumschmuck „natürlich“ daherkommen würden. Die Antwort? Ganz und gar nicht, unser Listicle verrät euch, warum.

1. Der Adventskranz: DIY statt Einheitsbrei

Er gehört zur Weihnachtszeit wie Schmalzgebäck und Glühwein: der Adventskranz. Was viele nicht wissen:  Viele Fertig-Kränze werden aus Tannenzweigen gefertigt, die nicht von regionalen Plantagen stammen. Bei der Herstellung kommt zudem reichlich Chemie zum Einsatz – beides ist ökologisch bedenklich. Die Alternative? Der DIY-Kranz! Hier ein paar Ideen:

  • - Nutzt Gestelle, beispielsweise aus Holz, die ihr jedes Jahr wiederverwenden könnt. Dekoriert mit Hinguckern aus natürlichen Materialien wird der Adventskranz so eine saubere Sache.
  • - Ihr habt noch ein paar Marmeladengläser oder Glasflaschen übrig? Perfekt! Zu Kerzenhaltern umfunktioniert und dekoriert machen sie auf dem Tisch ordentlich was her! Utopia zeigt, wie es geht.
  • - Ihr wollt nicht auf den Klassiker aus Tanne verzichten? Dann bastelt euch euer Tannengesteck doch einfach selbst und greift auf Tannenzweige zurück, die aus regionalem Anbau stammen und ein Bio-Siegel tragen (FSC, PEFC, Bioland oder Naturland).
     

2. Adventskalender: weniger ist mehr

Das Angebot an kommerziellen Adventskalendern ist gigantisch: Von Kosmetik-Artikeln bis Gewürzen, Spielzeug und exklusiven Teesorten ist alles dabei. Das ist euch zu viel? Uns auch! Deswegen setzen wir auf diese zwei Varianten:

  • - „24 Dinge, die ich an dir mag, liebe, bewundere“: Über einen wiederbefüllbaren Adventskalender mit 24 netten Botschaften freut sich jeder.
  • - Wie wäre es ansonsten mit einem Einmachglas voll Glück? Ob Frühstück im Bett, eine 30-minütige Nackenmassage oder ein gemeinsamer Spaziergang im Schnee: Einfach 24 Gutscheine schreiben, in ein dekoriertes Glas stecken und pure Freude schenken!

3. Weihnachtsmarkt: klein, aber fein soll es sein

Ihr seid genervt von den immer gleichen Buden mit den immer gleichen Produkten? Das können wir verstehen, doch es gibt sie wirklich, diese schnuckeligen Weihnachtsmärkte abseits der Innenstädte. Nostalgisch auf Schloss und Hof gelegen erwarten euch dort Aussteller und Brands, die viel Selbstgemachtes im Gepäck haben. Das sind unsere Top-3-Weihnachtsmärkte:

4. In der Weihnachtsbäckerei …

… schmeckt so manche Leckerei gleich viel besser, wenn das Mehl bio, die Vanille fairtrade und die Milch von glücklichen Kühen ist. Industriell gefertigte Kekse und Backwaren dagegen enthalten neben Mehl und Milch vor allem reichlich Emulgatoren, Feuchthaltemittel und synthetische Farbstoffe. 

5. Augen auf beim Geschenkekauf

Ihr möchtet in diesem Jahr gerne nachhaltige Geschenke unter den Weihnachtsbaum legen? Nichts einfacher als das! Denn es gibt für so ziemlich alles nachhaltige Alternativen. Ob Kosmetik, Mode oder Schmuck: Wir verraten euch, bei welchen Brands ihr faire Geschenke mit Sinn und Verstand finden könnt. Checkt dafür einfach unsere „Nachhaltigen Geschenkideen“. 

6. Klimaneutraler Versand: gewusst, wie!

Ihr müsst Weihnachtsgeschenke per Post verschicken? Dann bitte per klimaneutralem Versand: Er stellt sicher, dass beim Transport von Paket und Päckchen unnötige Treibhausgase vermieden werden. So kommen beispielsweise mit Ökostrom, Erdgas oder Wasserstoff betriebene Fahrzeuge zum Einsatz. Wer darin richtig gut ist, ist die DHL: Mit „GoGreen“ reisen alle im Inland verschickten Sendungen von Privatkunden klimaneutral. Welche Möglichkeiten es noch gibt, erfahrt ihr auf dem Utopia.de-Kanal der TK.

7. O Tannenbaum? Oh, Tannenbaum!

Die gute Nachricht zuerst: Es ist okay, zu Weihnachten einen Echtbaum aufzustellen, denn Varianten aus Plastik sind keine ökologisch wertvolle Alternative. Worauf ihr bei Baumkauf allerdings achten solltet:

  • - Was für das Tannengrün gilt, gilt auch für den Tannenbaum: Bäume mit FSC-, PEFC-, Bioland- und Naturland-Siegel sind erste Wahl!  Vor allem, wenn sie in kompostierbaren Netzen stecken.
  • - Die nachhaltigste Lösung ist die Tanne im Topf: Sie kann über Jahre wiederverwendet werden.
  • - Kauft möglichst bei lokalen Verkaufsstellen bzw. eurem Förster. Dort könnt ihr Bäume evtl. sogar selbst schlagen.

8. Schmucker Baum: aber bitte natürlich

Wer auch beim Schmücken des Baumes auf Nachhaltigkeit setzen möchte, sollte Baumschmuck aus natürlichen Materialien wie Holz und Stroh wählen. Plastik-Anhänger, bleihaltiges Lametta sowie herkömmliche, mit einer Lösung aus umweltschädlichem Silbernitrat beschichtete Glaskugeln sind ein absolutes no go! 

Setzt bei der Beleuchtung eures Christbaumes auf GS-geprüfte Lichterketten mit LEDs. Stromsparer kombinieren diese gleich mit einer Zeitschaltuhr, damit die Lichterkette erst in den dunklen Abendstunden erstrahlt.
 

9. Geschenke kreativ verpacken: jetzt geht’s ans Eingemachte!

Ihr findet Geschenkpapierschlachten am Heiligen Abend auch eher daneben? Dann versucht es doch mal mit diesen drei Alternativen: 

  • - Kleine Geschenke lassen sich prima im Einmachglas verschenken. Wie schön sowas aussehen kann, zeigt euch handmadekultur.
  • - Auch in Zeitungspapier verpackte Geschenke sehen toll aus. Wie wäre es zum Beispiel, die weihnachtlich anmutenden Titelseiten vom 24.12. dafür zu verwenden? Verziert mit einer netten Schleife aus Stoffresten, bekommt das Ganze eine festliche Note.
  • - Apropos: Schöne Stoffe sind nicht nur super dekorativ, sie schützen leicht zerbrechliche Dinge auch sehr gut und sind ein super Geschenkpapier-Ersatz.

10. Spenden statt Schenken

„Wir verzichten dieses Jahr auf Weihnachtsgeschenke.“ Euch kommt dieser Satz bekannt vor? Super, wenn das wirklich durchgezogen wird! Wer einen Teil des gesparten Geschenke-Budgets spenden möchte, wird unter diesen Adressen fündig:

  • - Plant-for-the-Planet pflanzt mit Bäumen gegen den Klimawandel an. Für jeden gespendeten Euro wird ein Baum gepflanzt. Wieso, weshalb, warum? Das erklären wir euch hier.
  • - Beim SOS Kinderdorf fließen 88 Cent eines jeden gespendeten Euros direkt in die Förderung der weltweiten Projekte. 1,5 Millionen Kinder werden derzeit von der Organisation unterstützt. Hier erfahrt ihr mehr.
  • - Schon seit 2006 setzt sich Viva con Agua dafür ein, dass jedem Menschen weltweit sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht. Hierfür gibt es verschiedene Wasserprojekte, die nachhaltig angelegt sind: vom Brunnenbau bis zur Toilettenanlage. Jetzt Wasserinitiative unterstützen.

11. Reise in die Heimat: Zusammen ist man weniger allein

Weihnachtszeit ist Familienzeit. Doch wer weit von seiner Familie entfernt wohnt, muss während der Feiertage große Strecken zurücklegen. Ausgehend von einer 500 Kilometer langen Reise, reist ihr mit folgenden Verkehrsmitteln am CO2-neutralsten:

  • - Wer mit dem Fernlinienbus reist, landet bei einem Diesel-Fahrzeug bei 11,6 ausgestoßenen Kilo CO2. 
  • - Ihr fahrt lieber Zug und möchtet euch während der Fahrt frei bewegen können? Dann ist der Zug eine Alternative, mit der ihr bei 17,6 Kilo CO2 landet. 
  • - Variante Nummer drei ist prima für alle, die speziell zum Weihnachtsfest nicht alleine auf der Autobahn unterwegs sein möchten, denn: Frei nach dem Motto „Zusammen ist man weniger alleine“ bieten sich Carsharing und Mitfahrgelegenheiten zu keiner Zeit im Jahr besser an als jetzt. Das spart Benzin bzw. Strom, sorgt für weniger volle Autobahnen. Der CO2-Pro-Kopf-Verbrauch verringert sich ebenfalls: Bei einer Strecke von 500 km und vier Personen im Diesel-Pkw immerhin von 80,8 auf 20,2 kg/Person. 
  • - Übrigens: Euren CO2-Verbrauch könnt ihr ganz einfach bei Quarks checken.

12. Festessen: Qualität statt Quantität

Auch zu Weihnachten gilt, lieber in Maßen, statt in Massen zu genießen, denn: Massentierhaltung und Foodwaste sind uncool und sollten vermieden werden. Unsere Empfehlung ist daher, zu einem guten und hochwertigen Stück Bio-Fleisch für die Familie zu greifen, bei dem die Überprüfbarkeit der Herkunft gegeben ist, als den Discounter-Braten aus fragwürdiger Herkunft zu kaufen – das gilt selbstverständlich auch für Beilagen und Co.. Als netter Nebeneffekt winkt das schöne Gefühl bewussten Genusses. Das schmeckt!

Fazit

Man muss kein Weihnachts-Grinch sein, wenn man sich weigert, sich voll und ganz dem Weihnachts-Wahnsinn hinzugeben. Auch rund um die Feiertage kann man problemlos nachhaltig und umweltfreundlich agieren. Wer Bio-Tannen und faire Geschenke kauft und auch ansonsten rund um das Fest der Liebe auf eine saubere Ökobilanz achtet, wird schnell feststellen: Achtsamkeit und bewusster Konsum stehen ganz und gar nicht im Gegensatz zu Besinnlichkeit und Genuss. In diesem Sinne wünschen wir all unseren Lesern ein fröhliches und besinnliches Weihnachtsfest.


Hinweis: Bei den verlinkten Produkten und Empfehlungen handelt es sich lediglich um Beispiele und nicht um gesponserte Inhalte. Viele weitere Hersteller bieten ähnliche Produkte an.



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