merijula Streetwear

Mit lässiger Streetwear die Welt verbessern

Das Mode-Label merijula verbindet Lifestyle mit Nachhaltigkeit

„Hab einen freien Geist und einen klaren Kopf. Lebe Abenteuer und höre niemals auf. Bilde dich und entdecke die Welt. Versprühe Frieden und Toleranz.“ Dafür steht das Streetwear-Label merijula aus Hamburg. Julian und Sarah verbinden mit ihrer Mode lässigen Lifestyle mit intelligenter Nachhaltigkeit und wollen die Welt jeden Tag ein Stückchen besser machen. Wir haben Julian ein paar Fragen zu ihrer Lifestyle-Marke gestellt.

Lieber Julian, est. 2013 steht auf euren Shirts. Wie kam es dazu, dass ihr das Streetwear-Label gegründet habt?

Wir beide waren in der Werbe- & Medienbranche tätig. Meine Freundin Sarah ist gelernte Grafikdesignerin und hat lange als Freelancerin für große Kunden und Agenturen gearbeitet. Ich komme aus dem Sport- & Marketingsektor und arbeite nun seit acht Jahren als Regisseur und Creative Producer. Da wir hier täglich Botschaften entwickeln und designen, wollten wir unsere Skills nutzen, um einen nachhaltigen Gedanken von Frieden, Liebe und einer besseren Welt zu fördern und den Menschen näherzubringen. Wir sprudelten vor Ideen, wie wir unsere Botschaft unter die Leute bringen können: Entwicklung eines Magazins, eines Media Houses, einer Academy, einer Stiftung und viele, viele weitere Möglichkeiten. Am wichtigsten war uns aber, dass wirklich jeder ein Teil dieser Idee sein kann und den Spirit „in die Welt tragen“ kann. Im wahrsten Sinne des Wortes lag es da auf der Hand, dass es auch eine Modelinie geben muss. Damit war unser Label merijula geboren. Aus einer ersten kleinen Handmade-Kollektion, die nur aus Einzelstücken bestand, wurde schnell mehr und im Laufe der letzten vier Jahre entwickelte sich das Ganze zu einem kleinen, aber funktionierenden Mode-Label mit einem Onlinestore und inzwischen sogar einem kleinen Showroom im Herzen von St. Pauli.

merijula Fair Fashion
Faire Shirts für alle Surfer, Skater und Freiheitskämpfer.

Der Name eures Labels klingt ja sehr geheimnisvoll. Wofür steht „merijula“?

m.e.r.i.j.u.l.a. ist wie ein Wertesystem, dass die Bewohner dieser Erde (Menschen, Tiere, Pflanzen) nicht trennt, sondern miteinander vereint. Sozusagen eine Religion, dessen höchstes Gut nicht irgendein Gott, sondern das Leben selbst ist. Jeder der acht Buchstaben hat eine eigene Bedeutung:

MAGIC: Es sind die magischen Momente, die etwas bewegen oder einfach im Kleinen etwas verändern. Ein Lächeln, ein Wort oder eine Tat. Die größte Magie aber ist das Leben an sich und seine Entstehung!

EDUCATION: Bildung ist der Weg zur Unabhängigkeit und Freiheit. Nur wer sich bildet, hat die Chance auf eine eigene Meinung und so die Möglichkeit, für etwas einzustehen.

RESPECT: Wenn wir uns selbst, unsere Mitmenschen, die Natur und alles um uns herum mit Respekt behandeln und Toleranz leben, ist niemand besser oder schlechter als der andere.

INDEPENDENCE: Unabhängigkeit ist der Weg zu Freiheit und Frieden.

JUSTICE: Gerechtigkeit für alle Lebewesen dieses Planeten. Ohne Ausnahme.

UNITY: Gemeinschaft und Nächstenliebe sind der Schlüssel zu einer bunten und ertragsreichen Welt, in der niemand Hunger leiden muss und Krieg nicht existiert.

LOVE: Der wahre Sinn des Lebens.

ART: Kunst ist der friedlichste Ausdruck von Meinung, Rebellion und Überzeugung.

merijula Fair Fashion
merijula verkörpert Freiheit, Abenteuer und Frieden. © Jim Gramming

merijula ist ja sozusagen ein kleines Familienunternehmen. Wie teilt ihr euch die Arbeit auf? Gibt es überhaupt eine Rollenverteilung?

Korrekt. Familienunternehmen trifft es sehr gut. Wir haben das Ganze zu zweit gegründet und sind inzwischen ein Team von über 10 Leuten. Gerade, weil hier alle so viel Eigeninitiative zeigen und sehr eng miteinander an den Projekten arbeiten, sind uns alle sehr ans Herz gewachsen. Während Sarah als Creative Director fungiert, kümmere ich mich um die Geschäftsführung und das Management. An dieser Stelle sei aber noch einmal zu erwähnen, dass wir das ohne unser tolles Team nicht schaffen würden. Die leisten hier wirklich herausragende Arbeit und sind absolut nicht mehr wegzudenken.

merijula Streetwear
© Jim Gramming

Für viele ist „Fair Fashion“ immer noch eine „muffige Reformhaus-Klamotte“ aus Leinen. Das Vorurteil räumt ihr mit eurer lässigen Streetwear ja ziemlich schnell aus dem Weg, aber was denkt ihr: Wie können wir noch stärker das Bewusstsein der Menschen für dieses Thema schärfen?

Leider neigen wir Menschen schnell dazu, alles, was weit weg von uns stattfindet, einfach zu ignorieren. Nach dem Motto: „Aus den Augen, aus dem Sinn“, kann man sich wahrscheinlich gar nicht vorstellen, unter welchen unmenschlichen und miserablen Bedingungen Textilien hergestellt werden. Dass da Menschen und vor allem Kinder unsere Klamotten bis spät in die Nacht zusammenschustern und zum Teil bis zu 20 Stunden buckeln müssen, um am Ende des Tages gerade mal eine Schale Reis essen zu können, grenzt an Sklaverei. Das ist für uns Menschen in Europa aber so irreal und unglaublich, dass wir es uns einfach nicht vorstellen können. Die Lobby der Modeindustrie ist riesig und lenkt clever von den Missständen ab. Aufklärung ist hier ein großes Thema. Wir müssen die Geschichten dieser Menschen erzählen und jeden Tag, immer wieder darauf aufmerksam machen, dass es jetzt, in diesem Moment die Realität ist. Viel wichtiger ist aber die eigene persönliche Verantwortung und das Bewusstsein, dass wir als Käufer ein wesentlicher Teil des Kreislaufs sind, den es zu unterbrechen gilt. Jeder Einzelne von uns kann das tun und zumindest durch den Kauf von Fairtrade-Produkten einen kleinen Beitrag leisten, das System zu unterbrechen. Erst, wenn wir anfangen, Nachhaltigkeit in unseren Alltag zu integrieren, wieder mehr Wertschätzung für die Dinge aufzubringen und uns aus der Ära der Wegwerfgesellschaft befreien, hat der Gedanke von Gerechtigkeit und nachhaltigem Umgang mit Ressourcen eine Chance. Dies gilt nicht nur in der Modebranche, sondern auch im alltäglichen Leben.

Worauf müssen wir denn achten, wenn wir Fair Fashion kaufen möchten? Gibt es da zertifizierte Siegel, auf die man wirklich vertrauen kann?

Erst einmal allgemein: Das Zertifikat muss von einem unabhängigen Dritten kommen und jährlich erneuert werden. Es gibt viele verschiedene Zertifikate, die unterschiedliche Schwerpunkte haben. Hier ist eine Auswahl:

1. Das Fairtrade-Siegel gewährleistet ein hohes Maß an Integrität und schließt Kinderarbeit aus.

2. Das GOTS (Global Organic Textile Standard) definiert soziale Mindeststandards und garantiert in jeder Phase des Herstellungsprozesses eine ökologische und soziale Produktion.

3. ÖKO-TEX ist das internationale Referenzsiegel, das die Ungiftigkeit der Produkte garantiert.



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Nicetohaves: Das sind die i-Tüpfelchen, Sahnehäubchen und kleinen Dinge, die das gewisse Extra im Leben sind. Genau darüber bloggen Pauline und Julia auf nicetohavemag.de. Sie berichten aus typischer Endzwanziger-Perspektive über Fair Fashion, Naturkosmetik und andere Themen rund um einen nachhaltigen Lebensstil – nie mit erhobenem Zeigefinger, sondern immer offen, ehrlich und mit ganz viel Spaß. Getreu ihrem Motto: green, fair und fun.

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