Marcella Hansch

Initiatorin von Pacific Garbage Screening & Architektin

Wir haben dem Plastik in unseren Meeren den Kampf angesagt! Wir, das sind Menschen mit einer felsenfesten Überzeugung – nämlich, dass sich die Welt zum Besseren verändern lässt. Durch neue Ideen und Mutige, die sie vorantreiben. Eine Vision, für die auch Du jetzt die Fahne hochhalten kannst. Denn immer, wenn Du #netzgegenplastik teilst, bekommt das Projekt Pacific Garbage Screening 1 Euro. Erfahre hier alles über die Kampagne #netzgegenplastik!

Ein schwimmender Kamm gegen Plastikmüll im Meer? Völlig verrückt! Und trotzdem (oder genau deswegen) hält Marcella Hansch, 32, an ihrem Projekt fest, das eines der größten Probleme unserer Zeit lösen könnte – und hoffentlich wird: Plastikverschmutzung im Meer. Das Prinzip: eine Plattform, die auf dem Meer schwimmt und mittels eines Kanalsystems das Wasser so beruhigt, dass Plastik und sogar Mikroplastik einfach von der Oberfläche abgeschöpft werden können. Das Gute: Die Konstruktion nutzt keine Netze und schädigt so keine Meerestiere.

Dass sie als Architektin eher eine Kreative und somit „nicht vom Fach“ ist, stellt für Marcella kein Hindernis dar. Ganz im Gegenteil! Es kommt ihr sogar zugute, wenn es darum geht, neue, ungewöhnliche Wege zu gehen, um ihr Herzensprojekt, das als Uni-Abschlussarbeit geboren wurde, in die Realität umzusetzen. Egal, ob durch Vorträge, Konferenzen, Investorengespräche oder sogar Crowdfunding: Der Wunsch, etwas zu verändern und die Welt zu verbessern, treibt sie an! Mittlerweile unterstützen dutzende Ingenieure, Wissenschaftler und Biologen Marcellas gemeinnützigen Verein Pacific Garbage Screening – damit die Plattform in naher Zukunft wirklich im Meer zum Einsatz kommen kann.  

Wir wollen von Marcella wissen, warum es so wichtig ist, dass wir alle über die Folgen von Plastikverschmutzung nachdenken – und jetzt handeln! Und wie sie es schafft, so viele Leute für ihr Projekt zu begeistern. Egal, wie groß die Herausforderungen sind.

Das Meer zu schützen ist Marcellas größter Traum. Daher steckt die 31-jährige Architektin all ihre Energie in ihr Projekt Pacific Garbage Screening, das Makro- und Mikroplastik aus dem Oezan fischen soll.

Marcella, ist es ok, wenn wir Dich als „Weltverbesserin“ bezeichnen?
Ja klar, ich fühle mich geehrt, wenn Ihr das macht. :) Weil das genau mein Ziel ist: Ich möchte die Welt ein Stück besser machen.

Das ist eine tolle Einstellung. Was ist Deine bzw. Eure große Idee, die sich hinter Pacific Garbage Screening verbirgt?
Wir wollen die Meere vom Plastik befreien – und zwar mit Technologie, Bildung und durch Bewusstseinsschaffung. Wir wollen an allen notwendigen Ecken ansetzen, um künftigen Generationen einen Planeten zu hinterlassen, der eine lebenswerte Grundlage bietet. Und da wir Menschen gerade dabei sind, uns unsere eigene Lebensgrundlage zu zerstören, müssen wir dringend etwas tun! 

Das sehen wir genauso! Was macht Dein Projekt denn so einzigartig? Und wie unterscheidet sich die Mechanik gegenüber anderen Prototypen, die ebenfalls Plastik aus dem Wasser fischen wollen?
Unser Projekt sieht einen gesamtheitlichen Ansatz vor: Wir wollen nicht nur Plastik aus Meeren und im ersten Schritt aus Flüssen und Flussmündungen herausholen, sondern auch das Plastik nachhaltig verwerten. Und wir wollen dafür sorgen, dass kein weiteres Plastik in die Umwelt gelangt. Unsere Technologie konzentriert sich dabei nicht nur auf das Makroplastik, sondern vor allem auf die kleinen Partikel, die unterhalb der Oberfläche schwimmen: Mikroplastik. Somit ergänzt sich unser Konzept mit anderen. Denn es ist wichtig, dass es verschiedene Ansätze gegen Plastikverschmutzung im Wasser gibt, um möglichst an allen „Problemstellen“ ansetzen zu können.

Welche Meilensteine habt Ihr bereits erreicht?
Aus der Vision einer Plattform, die die Meere vom Plastik befreien könnte, ist inzwischen eine große Non-governmental organization (NGO) geworden. Wir haben ein aktives Team von 40 ehrenamtlichen Wissenschaftlern, die an dem Projekt arbeiten. Außerdem verzeichnen wir rund 800 Fördermitglieder. Wir sind dabei über die deutschen Landesgrenzen hinaus aktiv, machen viele Veranstaltungen und bekommen inzwischen weltweit Einladungen, u. a. zu Konferenzen. Im Sommer haben wir über Crowdfunding erstes Startkapital einsammeln können, mit dem wir bis Ende des Jahres erste feste Stellen schaffen wollen, um insbesondere im Bereich Forschung mehr Kapazitäten zu generieren.

Wie hast Du es denn geschafft, so ein großes ehrenamtliches Team für Dein Projekt zu begeistern?
Gute Frage, das frage ich mich manchmal auch. ;) Ich habe einfach über das Projekt erzählt und gesagt, wo ich Unterstützung brauche. Ich brenne für das Projekt – und damit habe ich andere irgendwie angesteckt. Wir haben alle das gleiche Ziel. Das schweißt uns zusammen.

Wie gehst Du dabei mit Herausforderungen um? Es ist ja sicher nicht leicht, ein so großes Projekt zu stemmen und bei all den Hindernissen das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren?
Ich habe von Kindheit an einen ziemlichen Dickkopf. Und wenn es um Herausforderungen geht, dann ist der manchmal sehr hilfreich. ;) Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, dann will ich es auch umsetzen. Klar, es gibt viele Hürden und sehr viele Rückschläge. Vor allem, da uns immer noch Kapazitäten fehlen und wir das Projekt aktuell in unserer Freizeit stemmen müssen. Ich bekomme oft zu hören, dass wir das nicht schaffen werden. Dass die Welt nicht idealistisch genug ist. Dass es eh schon zu spät ist. Dass alles zu langsam geht. Doch genau das treibt mich an zu sagen: Jetzt erst recht! Dann siegt der Dickkopf, der sich einfach nicht sagen lassen will, dass etwas nicht geht, bevor ich es nicht ausprobiert habe.

Der Weg von der ersten Idee bis hin zur einsatzfähigen Plattform steckt voller Hürden. Aber eine klare Vision treibt die Weltverbesserin Marcella an – und für die lohnt es sich zu kämpfen.

Daher freuen wir uns umso mehr, dass wir Dich mithilfe unserer Kampagne #netzgegenplastik unterstützen können. :) Wie ist es eigentlich dazu gekommen, dass Du von Anfang an „Feuer und Flamme“ für die Aktion warst?
Ich war von Anfang an dafür, weil über die Aktion und über das Medium Social Media eine breite Masse erreicht werden kann. Es ist soooo wichtig, die Menschen für die Plastikverschmutzung zu sensibilisieren und das Thema in die Köpfe, aber vor allem in die Herzen der Menschen zu bringen. Wenn wir unsere Welt verbessern wollen, dann müssen wir einfach viele Menschen mit auf die Reise nehmen: sie mitreißen, begeistern und zeigen, wie wichtig es ist, aktiv zu werden. Ich glaube, wir können mit Technologie und Begeisterung sehr viel erreichen.

Und warum ist es Deiner Meinung nach so wichtig, dass die Menschen ihren Umgang mit Plastik überdenken?
Plastikprodukte sind erst seit circa 60 Jahren auf dem Markt. In dieser kurzen Zeitspanne haben wir es geschafft, unseren gesamten Planeten mit Plastik zuzumüllen. Und es wird immer schlimmer! Die Hälfte allen je produzierten Plastiks wurde in den letzten zehn Jahren hergestellt, Tendenz steigend. Wenn wir jetzt nicht umdenken, dann kann man sich ja in etwa ausmalen, wie unser Planet in den nächsten Jahrzehnten aussehen wird ...

… und das sind keine guten Aussichten. Also lasst uns alle etwas tun. Was ist Deine Botschaft an alle Menschen da draußen? Warum sollen sie #netzgegenplastik unterstützen?
Weil man mit wenig Aufwand sehr viel erreichen kann. Zum einen uns unterstützen; zum anderen die Botschaft in die Welt raustragen! #netzgegenplastik ist wichtig, weil wir damit eine große Bewegung starten können, die hoffentlich auch „ganz oben“ ankommt. Wir wollen nicht, dass alles in Plastik verpackt ist, dass es so wenige Alternativen gibt und dass die Plastik-Lobby quasi die Gesetze macht. Jeder, der bei der Kampagne mitmacht, leistet einen Beitrag, um weitere Menschen zu motivieren und zu mobilisieren. Es gibt diesen Spruch: „Was soll einer alleine schon erreichen? Fragte sich die halbe Menschheit.“ Der passt ziemlich gut. :) Die Welt zu verbessern ist kein einfacher Weg. Aber einer, der sich definitiv lohnt!!!

Wir danken Marcella für das Interview. Wenn Du auch etwas gegen Plastik im Meer tun willst, dann werde Teil unserer Kampagne #netzgegenplastik. Für jeden geteilten Hashtag im Netz (Facebook, Instagram oder Twitter) unterstützen wir das Projekt Pacific Garbage Screening mit jeweils 1 Euro. Mehr dazu erfährst Du hier.



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