Julia Schnetzer

Mikrobiologin

Wir haben dem Plastik in unseren Meeren den Kampf angesagt! Wir, das sind Menschen mit einer felsenfesten Überzeugung – nämlich, dass sich die Welt zum Besseren verändern lässt. Durch neue Ideen und Mutige, die sie vorantreiben. Eine Vision, für die auch Du jetzt die Fahne hochhalten kannst. Denn immer, wenn Du den Hashtag #netzgegenplastik auf Facebook, Instagram oder Twitter öffentlich teilst, unterstützen die Weltverbesserer das Projekt Pacific Garbage Screening mit jeweils 1 Euro. Erfahre hier alles über die Kampagne #netzgegenplastik!

Was für ein Multitalent: Julia Schnetzer hat in mariner Mikrobiologie promoviert, managt die internationale Wanderausstellung „Ocean Plastics Lab: Scientific insights on marine plastic pollution“ und ist zudem noch begeisterte Science Slammerin. Warum? Weil sie großen Spaß daran hat, Menschen von ihrer Forschung zu erzählen und sie für das Meer zu begeistern. Das geht jedoch nur, wenn man die komplizierten wissenschaftlichen Zusammenhänge verständlich erklärt. Und das ist dringend notwendig, denn Makro- und Mikroplastik in den Ozeanen ist ein Problem, das uns alle betrifft. Wir haben mit Julia über die Ausmaße von Plastikmüll im Meer und die Auswirkungen auf Mensch und Tier gesprochen.

Bis zu 13 Millionen Tonnen Plastikmüll landen jedes Jahr im Meer. Wie gelangt es dorthin?
Plastik wird auf verschiedene Arten ins Meer transportiert, zum Beispiel durch Flüsse, Wind, Abwasser oder Regen. Ein weiterer Faktor ist falsch, sorglos oder illegal deponierter Müll. Außerdem tragen auf dem Meer verlorengegangene Fischfanggeräte oder Schiffscontainer zur Plastikbelastung bei.  

Welche unterschiedlichen Plastikarten sammeln sich in den Ozeanen?
Die meistproduzierten Plastikarten sind diese sieben Typen: PP (Polypropylen), PVC (Polyvinylchlorid), PE (Polyethylen), PS (Polystyrol), PUR (Polyurethan), PET (Polyethylenterephtalat), PPA (Polyphthalamide). Sie sind alle im Ozean zu finden, wobei PE den größten Anteil am Mikroplastik ausmacht. PE ist die weltweit am häufigsten produzierte Plastikart (ca. 36 %).

Welche Auswirkungen hat Plastik auf die Umwelt und Tierwelt?
Makroplastik, also große Plastikteile, stellt ein Problem für Tiere dar, da die Tiere das Plastik fressen. Das kann zu Unterernährung führen oder sogar zum Tod, wenn das Plastik den Magen der Tiere füllt und kein Platz für richtige Nahrung bleibt. Spitze Plastikteile können dabei auch den Magen oder den Darm verletzen. Eine weitere Gefahr ist, dass Tiere oder Korallen sich in den Plastikteilen verheddern – vor allem in alten Fischernetzen, aus denen sich die Tiere nicht mehr befreien können.

Es gibt zudem viele Lebewesen (Algen, Bakterien oder Muscheln), die Plastik als Lebensraum nutzen und auf ihm wachsen. Da Plastik sehr lange braucht, um zu zerfallen, können diese Lebewesen mit dem Plastik Hunderte Kilometer weit schwimmen und so als invasive Arten Probleme in Ökosystemen anrichten, in denen sie eigentlich nicht heimisch sind. Am Ende gibt es noch das Problem des Mikroplastiks. Es wird nicht nur von großen Tieren gefressen, sondern besonders häufig von Mikroorganismen. Was das Ganze für Konsequenzen hat, darüber wissen wir noch sehr wenig.

Gelangt Plastik denn durch die Fische auf unsere Teller?
Ja, es ist möglich, dass Mikroplastik sich im Gewebe von Fischen absetzt und wir es dann beim Essen konsumieren. Mikroplastik wurde schon in Salz, Bier, abgefülltem Wasser, Leitungswasser und in Honig nachgewiesen. Wir wissen also, dass viele unserer Lebensmittel bereits mit Mikroplastik kontaminiert sind. Wir haben allerdings keine Ahnung, ob es oder wenn ja, welche Konsequenzen das für den menschlichen Körper haben kann.  

Warum sollten bzw. müssen wir den Umgang mit Plastik überdenken? Und denkst Du, dass wir das Thema Plastikmüll in Zukunft in den Griff bekommen?
Unsere gesamte Welt ist kontaminiert mit Makro- und Mikroplastik. Es gibt so gut wie keinen Ort auf der Welt, wo kein Plastik gefunden wurde. Vor allem im Meer sehen wir enorme negative Auswirkungen auf verschiedenste Tierarten. Was das Plastik auf dem Land und in Böden bei uns Menschen anrichtet, fangen Wissenschaftler gerade erst an zu untersuchen. Ich würde sagen, die Zeichen deuten alle darauf hin, dass wir ein Problem haben. Ich denke, es ist machbar, dass wir das Problem in den Griff bekommen. Aber hierfür muss die Menschheit unter Beweis stellen, dass sie fähig ist, zusammenzuarbeiten. Der Schutz der Umwelt, die unser Überleben gewährleistet, muss endlich über Profitgier stehen. Und das bezieht sich natürlich nicht nur auf die Verschmutzung der Meere.

Kann Recycling dabei helfen? Oder andere innovative Ideen wie das Projekt von Marcella Hansch?
Recycling ist immer noch etwas, das wir optimieren müssen. Selbst in Deutschland werden nur ca. 20 % des Mülls wirklich recycelt. Wir müssen vor allem die Länder unterstützen, die momentan mit einer großen Menge an Plastikmüll zu kämpfen haben. Und ja, dafür brauchen wir innovative Ideen in allen Bereichen: Vermeidung, Säuberung und Recycling.

Was kann jeder Einzelne von uns tun, um Plastikmüll zu vermeiden?
Jeder kann in seinem täglichen Leben einiges an Plastikmüll vermeiden. Zum Beispiel, indem man eine Tasche oder ein Stoffnetz mit zum Supermarkt nimmt und nicht die kleinen Plastiktüten für Gemüse und Obst verwendet. Oder man kann den eigenen Kaffeebecher mitbringen, wenn man einen Coffee to go haben will. Es gibt wirklich viele Alternativen zu Plastikverpackungen. Man muss nur einfach die Augen aufmachen. Eine weitere Idee ist, selber aktiv zu werden und zum Beispiel seine Lieblingskneipe anzusprechen, ob sie nicht Plastikstrohhalme durch eine plastikfreie Alternative ersetzen wollen.

Wir danken Julia Schnetzer für das Interview. Wenn Du auch etwas gegen Plastik im Meer tun willst, dann werde Teil unserer Kampagne #netzgegenplastik. Für jeden geteilten Hashtag im Netz (Facebook, Instagram oder Twitter) unterstützen wir das Projekt Pacific Garbage Screening mit jeweils 1 Euro. Mehr dazu erfährst Du hier.

Die Techniker

Wir sagen dem Plastik in unseren Meeren den Kampf an. Wir, das sind Menschen mit einer felsenfesten Überzeugung – nämlich, dass sich die Welt zum Besseren verändern lässt. Durch neue Ideen und Mutige, die sie vorantreiben. Zeig' auch Du Flagge und unterstütze mit uns das Projekt Pacific Garbage Screening auf www.weltverbesserer.de/netzgegenplastik.

Projekt läuft bereits seit 01.11.2018

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