Ehrenamtlich helfen

Ist doch Ehrensache!

So kannst Du Dich ehrenamtlich engagieren

Sie tun es für das Gute – und vor allem für andere: Jeder vierte Deutsche engagiert sich ehrenamtlich, um dort zu unterstützen, wo Hilfe benötigt wird. Freiwillig opfern sie ihre Freizeit, um sich bei der Feuerwehr zu engagieren, Kinder und Jugendliche im Sportverein zu trainieren, Flüchtlinge zu betreuen oder sich um alte Menschen zu kümmern. Oder sie unterstützen gemeinnützige Vereine und Organisationen – und zwar völlig unentgeltlich. Die gute Nachricht: Es werden jedes Jahr mehr!

Was bedeutet eigentlich Ehrenamt?

Viele Bereiche unserer Gesellschaft würden ohne ehrenamtliche Tätigkeiten nicht mehr funktionieren, denn nur die tatkräftige Mithilfe von Freiwilligen sorgt dafür, dass Organisationen mit geringen finanziellen Mitteln Unterstützung bekommen. Die freiwillige Hilfe hat dabei eine lange Tradition, denn die soziale Verantwortung gegenüber anderen Menschen steckt tief in uns: Nächstenliebe. Früher stand das Ehrenamt für eine feste Position mit einer öffentlichen Funktion, z. B. in der Kirche und in der Stadtverwaltung. Heute bedeuten Ehrenamt, freiwillige Tätigkeit und bürgerschaftliches Engagement nahezu dasselbe: helfen.

Ehrenamt bei der Feuerwehr
Ob bei der Freiwilligen Feuerwehr, dem Roten Kreuz oder Flüchtlingsverbänden: Karitative und soziale Organisationen sind immer auf der Suche nach Helfern. (@Shutterstock)

Warum sich jemand ehrenamtlich engagiert, kann sehr unterschiedliche Gründe haben. Viele Menschen haben das Bedürfnis, als Bürger die Gesellschaft mitzugestalten. Sozial, kulturell oder politisch. Sie wollen etwas Gutes tun, Neues lernen, Unterstützung anbieten. Egal, ob im Großen oder Kleinen. Andere freuen sich über die soziale Bindung, wenn sie sonst in ihrem Alltag eher allein sind und nur wenig Kontakt zu anderen Menschen haben. Ein positiver Nebeneffekt: Die eigenen Sorgen treten vorübergehend in den Hintergrund. Wer im Leben viel Stress ausgesetzt ist, kann durch eine ehrenamtliche Tätigkeit einen beruhigenden Ausgleich finden. Denn anderen etwas zurückzugeben und selbstlos zu helfen, macht glücklich – und meist auch zufriedener. Natürlich darf auch der Spaß nicht zu kurz kommen, denn Freiwilligenarbeit steht nicht nur für Verpflichtung und Arbeit, sondern auch für gemeinsames Lernen, Erfahrungen machen, beisammen sein und sich positiv einbringen. Kurzum: Es gibt viele Gründe – packen wir’s an!

Wo kannst Du Dich engagieren?

Die simple Regel lautet: überall dort, wo Hilfe gebraucht wird! In allen Lebensbereichen werden ehrenamtliche Helfer benötigt: bei Sportvereinen, in Bibliotheken, in Altenheimen oder Schulen. Karitative bzw. soziale Hilfsorganisationen, die auf freiwillige Helfer angewiesen sind, sind unter anderem das Technische Hilfswerk, das Rote Kreuz, der Arbeiter-Samariter-Bund oder die Aktion Mensch. Auch bei der Arbeit mit jungen Menschen gibt es vielfältige Möglichkeiten, um Zeit zu schenken oder den Kindern und Jugendlichen etwas beizubringen. Als Schülerlotse, bei Vorleseabenden, in Form von Theatergruppen, Schwimmhilfe, Nachhilfe oder um gemeinsam spendenfinanzierte Ausflüge für Kinder zu organisieren, deren Eltern kein Geld für Urlaub oder teure Unternehmungen haben. Wenn Du dauerhaft einem Kind oder einer Familie helfen möchtest, kannst Du Dich als Aktivpate bewerben und die Betroffenen vor Ort begleiten, wann immer sie Fragen haben oder Hilfe brauchen. Ein leichter Einstieg in das Thema ist die Übernahme einer Patenschaft, bei der Du durch Geld- oder Sachspenden eine bestimmte Person oder Organisation unterstützt. Denn ja, auch das ist freiwillige Hilfe. Anderen helfen mit dem, was Du hast. Oder kannst.

 

Ehrenamtlich helfen
Besonders ältere Menschen sind oft allein und leiden unter sozialer Abgrenzung. Du kannst Ihnen helfen – mit Deiner Zeit, einem offenen Ohr oder gemeinsamen Aktivitäten. (@Unsplash/Rawpixel)

Viele von uns scheuen sich davor, in den Bereichen zu helfen, die mit labilen, kranken oder seelisch vorbelasteten Personen zu tun haben. Warum? Weil wir dort Dinge sehen oder von traurigen Geschichten erfahren, die meist fernab von unserem eigenen Alltag und unserer Komfortzone sind. Das kann belastend sein und Du solltest vorher abwägen, ob Du psychisch dazu in der Lage bist, das Erlebte gut zu verarbeiten. Wenn Du Dich traust, kann diese Form des Ehrenamts sehr erfüllend sein, weil hier ein offenes Ohr oder eine helfende Hand am dringendsten benötigt werden – und die Dankbarkeit der Betroffenen jede Mühe wert ist. Soziale Dienste, die Bedürftige, Obdachlose oder Flüchtlinge betreuen, suchen oft nach Menschen, die bei der Versorgung, Behördengängen, Übersetzungen oder schlicht und einfach im Alltag helfen. Im Bereich der Telefonseelsorge oder der Sterbebegleitung kannst Du Dich ebenfalls engagieren. Verliere hierbei nicht den Mut. Jede Minute, die Du einem Menschen in Not geschenkt hast – durch ein Gespräch, durch gemeinsame Zeit oder durch menschliche Nähe –, ist wertvoll.

Wo findest Du Anlaufstellen?

Deutschlandweit und in Deiner direkten Umgebung: Es gibt zahlreiche Netzwerke und Organisationen, die Dir dabei helfen, Dich ehrenamtlich zu engagieren. In der Freiwilligendatenbank der Aktion Mensch findest Du jede Menge Anregungen und Adressen. Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob Du erst mal mit Senioren spazieren gehen, Haustiere für andere Menschen hüten oder gleich im Verein helfen willst, dann hilft Dir der Engagement-O-Mat dabei, herauszufinden, welche Tätigkeit am besten zu Dir passt. Wenn Du Dir unsicher bist, kannst Du eine lokale Freiwilligenagentur kontaktieren, z. B. Tatendrang aus München, die Landesfreiwilligenagentur Berlin oder Freiwillig.Hamburg. Im persönlichen Gespräch kannst Du dort alle wichtigen Fragen stellen, Dich beraten lassen und eine passende Aufgabe finden, die zu Deinem Zeitbudget, Deinen Wünschen und Deinen Fähigkeiten passt.

 

Nachbarschaftshilfe
Act local: Engagiere Dich direkt in der Nachbarschaft! Denn auch in Deinem Viertel wird sicher Hilfe gebraucht – in Vereinen oder in kleinen, privateren Gruppen. (@Unsplash/Nina Strehl)

Zudem finden regelmäßig Freiwilligen- und Ehrenamtbörsen in ganz Deutschland statt. Bei diesen Events kannst Du Dich informieren, austauschen und die Organisationen direkt kennenlernen. Eine andere gute Inspirationsquelle ist der Verein Startsocial, der jährlich einen bundesweiten Wettbewerb zur Förderung sozialer, ehrenamtlich getragener Organisationen, Projekte und Ideen durchführt. Hierdurch wurden schon über 1.400 Projekte durch ein Stipendium unterstützt. Ein Blick auf die Webseite hilft beim Entdecken von Anlaufstellen, von denen Du vielleicht noch nie gehört hast – und die sich sicher über Deine Hilfe freuen.

Wir lernen: Es muss dabei nicht immer gleich die ganz große Tat sein. Schon ein bis zwei Stunden freiwillige Arbeit pro Woche können einen Unterschied machen. Worauf wartest Du noch?



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