Fair schenken: neun nachhaltige Geschenkideen

Überfüllte Innenstädte, gestresste Ladenbesitzer und eine extra Portion Hektik: Das perfekte Geschenk zu finden, kann ganz schön nervenaufreibend sein. Erst recht, wenn dieses aus nachhaltiger Herstellung stammen und dabei auch noch etwas Besonderes sein soll. Kann man da in den üblichen Shopping-Meilen überhaupt fündig werden? Eher nicht! Deswegen haben wir uns auf die Suche nach tollen Brands gemacht, die diese Kriterien erfüllen und online erhältlich sind. Die Besten haben wir für euch zusammengetragen.

1. „Zeit statt Zeug“: Zeit und Erinnerungen verschenken

Wer kennt das nicht? Wir hetzen von Termin zu Termin und merken oft gar nicht, dass dabei unsere Lieblingsmenschen auf der Strecke bleiben. Das wohl schönste Geschenk, das wir einander deswegen machen können, ist: Zeit! Zeit, um gemeinsam zu essen und zu quatschen, für einen Kinobesuch oder einen ausgedehnten Spaziergang. Besonders schön ist, dass weder die gemeinsam verbrachten Momente noch die schönen Erinnerungen binnen kürzester Zeit ungenutzt in der Ecke landen. Denn wer erinnert sich nicht gerne an ein Picknick im Schnee, einen Besuch an der See oder einen gemeinsamen Kochabend? Das Beste: Es braucht gar nicht viel, um wertvolle Quality Time mit geliebten Menschen zu verbringen. Weitere tolle Anregungen findet ihr bei Zeit statt Zeug.

2. Alpaka-Patenschaften: flauschige Freude

Über dieses Geschenk würden wir uns selbst tierisch freuen: Denn einjährige Alpaka-Patenschaften, wie sie im Spreewald oder auch in Walsrode angeboten werden, sichern nicht nur die nötigen Mittel für Futter und Pflege der Tiere. Die Patenschaften unterstützen auch die Instandhaltung der Alpaka-Farmen, die den flauschigen Paarhufern einen artgerechten Lebensraum bieten. Netter Nebeneffekt? Die Paten erhalten im Gegenzug die Möglichkeit, ihre kuscheligen Freunde vor Ort zu besuchen und an Alpaka-Wanderungen teilzunehmen. Der Betrag für so eine Patenschaft liegt zwischen 50 und 250 Euro. Je nach Anbieter und Paket kommen weitere Vorzüge hinzu. Diese reichen vom ermäßigten Eintrittspreis für den Farmbesuch bis hin zur ausgiebigen Trekkingtour samt Wiesenpicknick. 

3. Foodwaste ade: Gemüse-Abos und Co.

Das perfekte Geschenk für alle, die Wert auf eine gesunde Ernährung legen, sind die leckeren Obst- und Gemüsekisten von etepetete. Wir finden speziell diesen Anbieter gut, weil hier ganz bewusst das Ziel verfolgt wird, Foodwaste zu vermeiden. Knubbelige Kartoffeln oder dreibeinige Möhren, die eigentlich aus der Supermarktnorm fallen und deswegen entsorgt werden, landen hier in sogenannten „Retterboxen“: Alles 100 % Bio, 100 % recyclebar verpackt und auch der Versand erfolgt CO2-neutral. Für die rundum nachhaltigen Kisten werden zwischen 22 und 35 Euro fällig. Kleiner Tipp: Wem das etepetete-Abo für ein Jahr zu teuer ist, der kündigt einfach nach der gewünschten Zeit. Der Kündigungsvorgang ist sehr einfach und jederzeit möglich.

Schokolade ist euer Gemüse? Dann empfiehlt sich die Rettergut-Schokolade. Auch diese Macher bewahren ein „Abfallprodukt“ davor, in der Tonne zu landen. Ein Schelm, wer denkt, es handele sich hierbei wirklich um ein ungenießbares Überbleibsel. Vielmehr geht es bei der Rettergut-Schoko um sogenannte Zwischensorten, die produziert werden, wenn bei der Schokoladenherstellung beispielsweise von Vollmilch- auf Zartbitterschokolade umgestellt wird. Die UVP für den rettenden Riegel liegt bei 79 Cent, für eine Tafel der geretteten werden 99 Cent fällig.

 

4. Wahrhaft „schöne“ Geschenke: tolle Kosmetik ohne Gedöns

Kosmetikprodukte ohne „Gedöns“, die man mit gutem Gewissen verschenken kann – gibt es sowas tatsächlich? Aber klar doch! Hier unsere Top-3-Empfehlungen:

  1. „Wir wollen die reinste Make-up-Marke der Welt sein!” Kein geringeres Ziel haben sich die Däninnen Tanja und Tine gesetzt, als sie den Entschluss fassten, Miild Cosmetics zu gründen. Sie entwickelten hochpigmentierte Produkte, die allesamt frei von Duft- und Konservierungsstoffen sowie Schwermetallen sind. Top: Bei einem Einkaufspreis von über 40 Euro bestellt ihr versandkostenfrei.
  2. Hochwertige Haarpflege-Serien findet ihr bei Maria Nila. Was ihr dort nicht findet? Mikroplastik, Parabene, Paraffine, Polyethylenglykol, Silikone und Tenside. Eine Flasche kostet etwa 20 Euro – die Produkte sind allerdings so ergiebig, dass man bis zu einem halben Jahr mit ihnen auskommt.
  3. Die weltweit ersten farbigen Bio-Nagellacke mit demeter-Zertifizierung kommen aus dem Hause Provida organics. Die Farbauswahl reicht von unscheinbar-natürlich bis knallig-rot und sogar schwarz. Ein 5-ml-Lack-Fläschchen kostet rund 15 Euro.
  4. Lust auf mehr? Hier findet ihr weitere nachhaltige Produkte rund ums Badezimmer.

5. Secondhand und Fairtrade-Schmuck: goldige Stücke

Auf der Suche nach Schmuckstücken, die fair und nachhaltig produziert werden, wird man bei Fejn Jewelry fündig: Das Label fertig minimalistische Ringe, Ketten und Co.  aus recyceltem Sterling Silber und vergoldetem Silber. Entwurf und Design kommen bei Feijn aus Köln, teilweise wird dort sogar gefertigt. Kleinbetriebe in Thailand und Italien, die Mitglieder beim „Responsible Jewellery Council“ sind, erledigen Arbeiten, die nicht in Deutschland getätigt werden können.

Wie wäre es ansonsten mit Secondhand-Schmuck? Die Rheinfrank Antique Jewellery bietet besondere Schätze für Suchende, die nach etwas Außergewöhnlichem suchen. Die Berliner hauchen dafür alten Broschen, Ohrringen und anderen Schmuckstücken, die heute kaum mehr zu finden sind, neues Leben ein. Wir finden: nachhaltiger geht es nun wirklich nicht!

6. Nachhaltige Mode: fair und trendy

Es gibt mittlerweile zahllose Modelabels, die Wert auf Nachhaltigkeit legen. Diese vier solltet ihr euch unbedingt mal anschauen:

  1. Lana entstand 1987 im heimischen Keller von Hermann und Anne Kohnen.  Das Bedürfnis, schadstoff- und kunstfaserfreie Windeln bzw. Klamotten für die eigenen Kinder herzustellen, war groß, und so schafften sich die beiden eine eigene Strickmaschine an und legten los. Mittlerweile ist der Keller der Kohnens für die Produktion viel zu klein, ihre Tochter ist für das Design zuständig und alle verarbeiteten Stoffe sind GOTS zertifiziert.
  2. Anekdot steht für Upcycling. Zum Einsatz kommen ausschließlich Materialien, die gerade als Überschuss der Modeindustrie verfügbar sind. Etwa aufgrund von Fehlkalkulationen, der Schließung von Fabriken oder Überproduktion. Im Sortiment findet sich Underwear, Loungewear, Swimwear und Accessoires.
  3. Nachhaltig produzierte Streetwear für ihn gibt es bei armedangels: Ein Label, bei dem ausnahmslos Bio-Rohstoffe sowie regenerative bzw. recycelte Kunstfasern verarbeitet werden.
  4. Boxershorts aus alter Bettwäsche? Gibt es bei soki. Eco Fashion made in Kassel.

7. Lass wachsen! Baumpatenschaft verschenken

Dieses Geschenk trägt definitiv Früchte und ist bestens für Naturliebhaber geeignet – eine Baumpatenschaft! Es gibt sie beispielsweise für Walnussbäume oder Apfelbäume. Das Highlight einer solchen Patenschaften ist neben dem nachhaltigen Aspekt natürlich die Ernte der eigenen Früchte im Herbst. Je Anbieter, Baumart und Region, gehen die Preise pro Baumpatenschaft und Jahr bei etwa 50 Euro los.

8. Mein Ackerland: Urban Gardening

Eine Gemüsekiste zu verschenken reicht euch nicht? Wie wäre es dann stattdessen mit einem ganzen Gemüsegarten? Die Ackerhelden bieten genau das an, und zwar zur Miete! Den Gemüsegarten könnte man sich prima mit der Familie, den besten Freunden oder den lieben Nachbarn teilen. Der Kostenfaktor liegt bei etwa 200 Euro pro Saison, diese startet am 01. Mai und endet am 30. November. Die Standorte befinden sich in ganz Deutschland. Ein Geschenk für alle, die sich in der Selbstversorgung üben wollen.

9. Handanlegen: DIY-Geschenke

Oder wie wäre es mit einem Geschenk aus eigener Herstellung? DIY-Geschenke sind meist besonders persönlich und kommen deswegen sehr gut bei Familie und Freunden an. Die Realisierung solcher Projekte verlangt viel Herzblut und Zeit. Hier sind ein paar Ideen für …

  • … ein selbstgeknüpftes Makramee
  • … ein Bienenwachstuch aus eigener Herstellung? Eine Anleitung findet ihr zum Beispiel bei beegut.
  • … Gebäck oder Eingemachtes aus der eigenen Küche? Marmeladen und Brotaufstriche eignen sich hierfür ebenfalls gut und das Internet ist voll mit tollen Rezepten und Ideen.

Fazit: nachhaltige Geschenke müssen nicht teuer sein

Wie unsere Beispiele zeigen, bedeutet Nachhaltigkeit nicht automatisch, dass ihr künftig mehr Geld für Geschenke ausgeben müsst. Ganz im Gegenteil ist es wichtig, ein Zeichen gegen den Konsum-Wahn zu setzen und die Überproduktion fragwürdiger Güter nicht weiter zu unterstützen. Viel wichtiger ist, lieber auf hochwertige Naturkosmetik und nachhaltige Mode zu setzen. Oder stattdessen etwas zu verschenken, das man selbst in der heimischen Küche gebacken oder mit sehr viel Liebe zum Detail gebastelt hat. Geschenke, wie Tier- oder Baumpatenschaften erfüllen zusätzlich einen sozialen Aspekt und verursachen bei einem selbst das schöne Gefühl, Gutes getan und Verantwortung übernommen zu haben. Neben all den materiellen Dingen mögen wir besonders solche Geschenke, die ganz im Zeichen des Beisammenseins stehen. Sei es nun beim Bewirtschaften des gemeinsamen Gemüsegartens oder beim Waldspaziergang mit Picknick. Denn eines steht außer Frage: Schöne Erinnerungen sind mit Geld nicht aufzuwiegen. 


Hinweis: Bei den verlinkten Produkten handelt es sich lediglich um Produktbeispiele und nicht um gesponserte Inhalte. Viele weitere Hersteller bieten ähnliche Produkte an



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