Too Good To Go

Eine App gegen Lebensmittelverschwendung

Wie Too Good To Go Essen rettet

Was passiert eigentlich mit all den Lebensmitteln, die in Restaurants am Ende des Tages übrig bleiben? Kommen die einfach in den Müll? Kann man die nicht sinnvoller weiter verwerten? Diese Frage haben sich fünf kluge Köpfe aus Dänemark auch gestellt – und mit ihrer App Too Good To Go eine Lösung für eine sinnvolle Weiterwendung von Essen entwickelt.

Die erschreckende Erkenntnis, dass viele Mahlzeiten tatsächlich einfach weggeschmissen werden, brachte 2015 den Stein ins Rollen. Drei Jahre später ist Too Good To Go europaweit aktiv und hat über vier Millionen Mahlzeiten gerettet. Das Prinzip: Mithilfe der App werden gastronomische Betriebe, die Essen übrig haben, mit Kunden vernetzt. Auf einer Karte sieht der User, welcher Anbieter Mahlzeiten vorrätig hat. Mit wenigen Klicks kann er das Essen mobil für einen günstigen Preis reservieren und direkt vor Ort abholen.

Weniger weggeworfenes Essen ist ein Plus für die Umwelt

Der positive Nebeneffekt des Projekts: Es wird nicht nur Essen gerettet, sondern es werden auch wertvolle Ressourcen geschont. Denn umgerechnet entsprechen die bisher vermittelten Lebensmittel einer Einsparung von 7.000 Tonnen CO2. Definitiv ein Projekt, das wir uns genauer anschauen wollen.

Too Good To Go: Essen mit gutem Gewissen
Wer beim Essen etwas Gutes tun will, bestellt bei Too Good To Go. Da macht die gemeinsame Pause gleich doppelt Freude.

Ihr seid mit Eurem Projekt in acht Ländern tätig! Wie managt Ihr so eine Mammutaufgabe?

Organisation ist wichtig. Bei uns sind knapp 6.000 gastronomische Betriebe gelistet, die wir mit über drei Millionen Nutzerinnen und Nutzern verknüpfen. Unsere 170 MitarbeiterInnen stehen dafür in engem Austausch miteinander. Neben unserem Headquarter in Kopenhagen haben wir ein eigenes Team in jedem Land, in dem wir aktiv sind. In Deutschland sind es 22 Leute.

Wie kommt das Projekt bei den Menschen an?
Wir bleiben in den Köpfen der Menschen, was unser Handeln und unseren Geist bestätigt und vorantreibt. Kunden erzählen uns immer wieder, dass sie ihre Lieblingsläden auf uns ansprechen. Das hilft enorm.

 

Too Good To Go Team
Im Team für eine bessere Welt: Aus einer kleinen Idee entstand das Projekt, bei dem mittlerweile über 122 Leuten arbeiten.

Und wie sieht es mit den Unternehmen aus? Wie kann man als Anbieter selber Teil von Too Good To Go werden?

In der Wahl unserer Partner setzen wir keine Grenzen. Bei uns kann wirklich jeder gastronomische Betrieb mitmachen, egal ob Kantine oder Nobel-Restaurant. Je mehr Vielfalt, desto besser. Das gilt auch für die Größen des Partnerbetriebs und für die dort angebotenen Speisen. In Berlin arbeiten wir bereits mit der Berliner Tafel zusammen, in dem wir über Too Good To Go Spenden sammeln. Für die Zukunft würden wir uns natürlich freuen, wenn solche Möglichkeiten noch flächendeckender nutzbar wären.


Es war sicher nicht einfach, dieses Projekt auf die Beine zu stellen. Was war Eure Motivation, diese gute Sache aufrechtzuerhalten?

Motivationsprobleme kennen wir nicht. Denn die Möglichkeit, jeden Tag etwas Gutes tun zu können, ist unser Antrieb. Bei der Lebensmittelrettung wird es wohl nie eine Grenze nach oben geben, denn die gibt es leider bei der Verschwendung auch nicht. Das motiviert uns, alles daran zu setzen, sämtliche gastronomische Betriebe an Bord zu holen.

Durch unser Konzept kann verhindert werden, dass, wie bisher, weltweit ein Drittel aller Lebensmittel entsorgt wird. Auszeichnungen und Wertschätzungen wie der ZEIT WISSEN-Nachhaltigkeitspreis zeigen uns, dass wir mit unserer Arbeit auf dem richtigen Weg sind und den Nerv der Zeit treffen.

Jeden Tag bekommen wir Portionsfotos von Menschen zugeschickt, die Essen über die App gerettet haben. Das Gute: Jeden Tag retten wir gemeinsam noch mehr Mahlzeiten. Da weiß man, wofür man arbeitet.

 

Too Good To Go Abholung
Ob Café oder Restaurant: Per App erfährt der User, wo in seiner Nähe Mahlzeiten erhältlich sind – und wie viele. Die Abholung geschieht direkt vor Ort.

Too Good To Go ist ein toller Ansatz, um die Welt jeden Tag ein Stückchen besser zu machen. Und damit seid Ihr definitiv Vorbilder für andere. Was wünscht Ihr Euch für die Zukunft?

Danke, das ist ein großes Lob! Wir arbeiten tagtäglich daran, mehr und mehr Menschen zu einem nachhaltigeren Denken zu bewegen. Dabei halten wir an unserer Vision fest. Unser Ziel ist es, eine Welt zu schaffen, in der wirklich alle produzierten Lebensmittel auch konsumiert werden. Somit soll die Verschwendung Stück für Stück „gegessen“ werden.



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