Das nachhaltige Badezimmer: Clevere Tipps für ein sauberes Gewissen

Wenn der Wecker morgens klingelt, führt der erste Weg direkt ins Badezimmer. Wir benutzen die Toilette, gehen duschen, putzen uns die Zähne … Und ohne es zu merken, spült jeder von uns so schon am Morgen knapp 200 Liter Wasser und eine ganze Menge Chemikalien samt Mikroplastik den Abfluss hinunter. Wir wollten wissen: Geht es auch nachhaltiger? Die Antwort lautet: Ja, sogar ziemlich gut. Hier sind sieben Tipps, mit denen ihr eure Nasszelle mit wenigen Handgriffen in eine nachhaltige Wellness-Oase verwandelt.

Das Thema Nachhaltigkeit ist in aller Munde: Brands, Influencer und Start-ups – alle wollen im großen Teich der Klimawandel-Bewegung mitschwimmen. Doch um was genau geht es dabei eigentlich? Per Definition handelt es sich bei Nachhaltigkeit um ein ökologisches „Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann“. Klingt gut – und vernünftig. Doch funktioniert das auch im Kleinen? Jawohl! Sehr gut sogar, denn auf die Industrie kann jeder Einzelne Einfluss üben, indem er sein Konsumverhalten dauerhaft ändert. Für Weltverbesserer ist Nachhaltigkeit und der bewusste und respektvolle Umgang mit Ressourcen daher Pflicht. Und damit können wir zu Hause beginnen – zum Beispiel im Badezimmer.

Von Abschminktuch bis Zahnpasta: Nachhaltige Produkte in Hülle und Fülle

Angesichts der Plastikflaschen-Batterien, die die Regale der Drogeriemärkte füllen, ist es kaum zu glauben, aber: die meisten Produkte, die wir zur täglichen Körperpflege benötigen, lassen sich problemlos durch nachhaltige Varianten ersetzen. Das Beste daran? Viele der nachhaltigen Alternativen schonen nicht nur die Umwelt, sondern langfristig auch den Geldbeutel. Hier kommt die Weltverbesserer-Top-7 für das nachhaltige Badezimmer:  

  1. Waschbare Abschminkpads: Bambus statt Müllberge
    Wer sich täglich abschminkt, kennt die Müllmengen, die er dabei hinterlässt: pro Abschminkroutine gehen locker ein bis zwei Abschminktücher drauf – und wer lieber auf Wattepads setzt, landet sogar schnell bei drei bis vier Stück. Eine Alternative, die wirklich überzeugt und auf lange Sicht das Sparschwein schont, sind deswegen waschbare Abschminkpads aus Bambus-Viskose oder Baumwolle. Diese werden aus 100 Prozent nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und können bequem bei 60 bzw. 90 Grad gewaschen und beliebig oft wiederverwendet werden. Je nach Hersteller erhaltet ihr pro Paket zwischen sieben und 16 Pads und landet preislich bei circa zehn bis 25 Euro.
  2. Wiederverwendbare Q-Tips: Einwegprodukte im Handumdrehen ersetzen
    Q-Tips mehrmals benutzen? Zugegeben, das hört sich zunächst ziemlich gewöhnungsbedürftig an – ist aber eine prima Sache. Denn die aus Silikon hergestellten Ohrstäbchen können herkömmliche Einwegprodukte problemlos  ersetzen. Jährlich werden weltweit bislang täglich 1,5 Milliarden Stück der Wattestäbchen mit dem Mittelteil aus Polypropylen produziert. Das Problem: Sie können nur einmal benutzt werden – benötigen aber anschließend mehrere hundert Jahre, um sich zu zersetzen. Die Variante aus medizinischem Silikon kann dagegen über 2.000 Mal wiederverwendet werden und kostet nur etwa 20 Euro. Für die Reinigung der Stäbchen benötigt ihr lediglich lauwarmes Wasser und ein wenig Seife.
  3. Für Haut und Haar: Ein dicker Brocken für alle Fälle
    „Carlos Cocos“, „Frida Früchtchen“ und „Maxi Minz“ machen Schluss mit der Plastikflaschensammlung im Badezimmer, denn: Sie sind festes Duschgel und Shampoo in einem. Seife, Mikroplastik, Plastikverpackungen, Palmöl, Silikone, Parabene, Sulfate und Füllstoffe: All das sucht ihr in den „Duschbrocken“ vergeblich. Sie sind zu 100 Prozent vegan und tierversuchsfrei und kommen auf Wunsch in einer langlebigen Dose aus Weißblech. Besonders praktisch, wie wir finden, ist, dass die Saubermacher en bloc sogar den Security-Check am Flughafen bestehen und im Handgepäck transportiert werden können. Mit Dose werden pro Block 12 Euro fällig, ohne landet ihr bei neun Euro pro Duschbrocken. Selbstverständlich könnt ihr Carlos, Frida und Maxi auch einfach als Handseife benutzen.
  4. It’s a Man’s World: Für haarscharfe Angelegenheiten
    Ihr träumt von einer Zerowaste-Rasur? Dann versucht es mal mit einem Rasierhobel: Gefertigt aus langlebigen Materialien wie Bambus, Holz oder Metall, bieten diese Apparate eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Rasierern aus Plastik. Ist die Klinge stumpf, wird sie einfach ausgetauscht. Kombiniert mit einer reichhaltigen Rasierseife, wird aus der täglichen Rasur ein kleines Wohlfühlritual, für das euch Haut und Natur danken werden. Je nach Ausführung sind Rasierhobel bereits ab etwa 35 Euro zu haben.
  5. Say cheese: Für ein strahlend weißes Lächeln
    Niemals zu kurz kommen sollte die Mundhygiene. Und das gilt erst recht in punkto Nachhaltigkeit, denn: Wer sich die Mühe macht, die Inhaltsstoffe konventioneller Zahnpasten zu checken, stößt auf Begriffe wie Polyethylen, Polypropylen oder Polyethylenterephtalat – und das ist nichts anderes als Plastik. Das Erschreckende: Der Inhalt einer Tube Zahnpasta besteht oft aus bis zu zehn Prozent Mikroplastik, wie die winzigen Plastikkügelchen genannt werden. Und die wandern durch unseren Abfluss direkt in unsere Ozeane. Eine ökologische Katastrophe! Unproblematisch sind dagegen mikroplastikfreie Zahnpasten. Es gibt sie ab circa drei Euro pro Stück. Übrigens: Auch für Zahnbürsten gibt es mittlerweile tolle plastikfreie Alternativen, zum Beispiel aus Bambus ab etwa vier Euro.
  6. Saubere Sache: Alternativen für Tampons und Co.
    Diese Zahl ist in der Tat erstaunlich: Jede Frau verbraucht im Laufe ihres Lebens bis zu 17.000 Binden oder Tampons, für die gigantische Mengen an Rohstoffen wie Holz, Baumwolle, aber auch Erdöl benötigt werden. Dazu kommt, dass fast alle konventionellen Tampons, Binden und Slipeinlagen einzeln in einer Kunststofffolie verpackt sind. Wer die Umwelt auch während seiner Menstruation schonen und auf Plastik verzichten möchte, kann auf nachhaltige Monatshygieneartikel umsteigen – etwa auf plastikfreie Bio-Tampons und Bio-Binden. Außerdem gibt es Tampons, Binden und Slipeinlagen aus Bio-Baumwolle, die gewaschen und wiederverwendet werden können. Noch mutigere Frauen setzen auf Menstruationsschwämme aus Naturschwamm (ab fünf Euro erhältlich) oder auf Menstruationstassen. Beide sind einfach zu reinigen. Die Tassen sind mittlerweile von diversen Herstellern und ab ca. 15 Euro erhältlich.
  7. Auf Nummer Sicher gehen: Mit dem „CodeCheck“
    Damit ihr beim nächsten Bummel durch den Drogeriemarkt bei Fragen zur Umweltverträglichkeit von Kosmetika nicht ratlos vor den Regalen steht, empfehlen wir euch die App „CodeCheck“. Mit ihr scannt ihr einfach den Barcode der Kosmetikprodukte eurer Wahl und erfahrt ad hoc, welche Inhaltsstoffe bzw. Schadstoffe darin enthalten sind. Außerdem liefert „CodeCheck“ Informationen darüber, welche Schadstoffe als bedenklich eingestuft werden und schlägt Produkte vor, auf die ihr ausweichen könnt. Die App ist für Android- und iPhones im jeweiligen Store kostenlos erhältlich – und macht eure Einkäufe per Klick nachhaltiger!

Kleine Tricks mit großer Wirkung: Clevere Tools für Sparfüchse

Neben Shampoo, Zahnpasta und Co. gibt es noch ein paar weitere Dinge, die ihr für die Extraportion Nachhaltigkeit im Badezimmer tun könnt. Geht es beispielsweise um den nachhaltigen Umgang mit wertvollen Ressourcen wie Wasser oder Strom, kann man schon für wenig Geld viel erreichen. 

Durchflussbegrenzer, Perlstrahler oder Sparduschköpfe beispielsweise sind clevere Helfer, die den Wasserverbrauch um bis zu 50 Prozent reduzieren. Ausgehend von einem zehnminütigen Duschgang sprechen wir hier immerhin von bis zu 90 Litern Wasser, die ihr einsparen könnt. Während der Sparduschkopf in der Anschaffung bei etwa 20 Euro liegt, sind die beiden anderen Varianten schon ab circa fünf Euro zu haben. Wichtig: Lasst euch im Baumarkt am besten fachmännisch darüber beraten, welche Variante für eure Heizart die geeignete ist.  Auch der Wasserverbrauch einer Toilettenspülung lässt sich mithilfe der Spartaste im Nu von 35 auf bis zu 15 Liter verringern. Also: Push the Button, please! 

Und nun noch ein letzter Tipp: Euren Stromkonsum verringert ihr ganz einfach, indem ihr alle Leuchtmittel gegen LED-Varianten austauscht und euch angewöhnt, alle elektrischen Geräte nach Gebrauch vom Netz zu nehmen. Ihr merkt: Es ist gar nicht so schwer auch im Bad klimabewusst zu handeln. So werdet nicht nur ihr, sondern auch die Umwelt in Schönheit erblühen.

 

Hinweis: Bei den verlinkten Produkten handelt es sich lediglich um Produktbeispiele und nicht um gesponserte Inhalte. Viele weitere Hersteller bieten ähnliche Produkte an.



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